Sia. - 1000 Forms Of Fear - Cover
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Sia. 1000 Forms Of Fear


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
8.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein musikalischer Gemischtwarenladen, der alles zitiert, was in den vergangenen Jahren ein Hit war. Kein Wunder: Viele davon stammen ja auch aus der Feder von Sia.

Nach einer doch recht üppigen, vierjährigen Plattenpause, legt Sia Furler (38) mit „1000 Forms Of Fear“ endlich den Nachfolger zu „We Are Born“ (06/2010) vor. Auf der faulen Haut lag die Australiern dennoch nicht. Denn wo auf der Verpackung Britney Spears, Katy Perry, Beyoncé, Christina Aguilera oder auch Rihanna draufsteht, steckt in Wahrheit Sia. drin, die als Auftrags-Songwriterin mehr als 13 Millionen verkaufte Tonträger vorweisen kann und damit zu den produktivsten und erfolgreichsten Vertretern ihrer Zunft gehört.

Doch nun ist es wieder an der Zeit für frisches Solo-Material, das sich Sia. wiederum von Greg Kurstin (Kelly Clarkson, P!nk, Lily Allen, Lykke Li, Lana Del Rey, Ke$ha, Katy Perry) produzieren ließ, der ebenfalls ein verlässlicher Fels in der Brandung ist, wenn es um hitparadentauglichen Breitwand-Pop geht. Damit nimmt Sia. eins zu eins die stilistische Spur des ebenfalls von Greg Kurstin produzierten Vorgängers „We Are Born“ auf, der für extrem eingängigen, aber auch leicht austauschbaren Radio-Pop stand.

Diese Austauschbarkeit ist auf „1000 Forms Of Fear“ sogar noch angewachsen. Denn jeder einzelne Song ist so aufgebaut, dass er problemlos an eine Kollegin weiterverkauft werden könnte. So klingt „Chandelier“ verdächtig nach Rihanna, „Big girls cry“ würde auch Anastacia gut stehen und „Eye of the needle“ erinnert an Emeli Sandé, während „Burn the pages“ auf Anhieb als Katy-Perry-Track durchgehen würde. Das ist auf der einen Seite verblüffend, auf der anderen aber irgendwie auch bizarr. Und: Dieses Spiel lässt sich beliebig weitertreiben!

Man höre „Hostage“ und denke an Lily Allen, Lana Del Rey taucht bei „Straight for the knife“ und „Cellophane“ vor dem geistigen Auge des Hörers auf und kurz danach blökt einen „Free the animal“ im Stil von Emiliana Torrini an. Den Vogel schießt aber der Titel „Fire meet gasoline“ ab, der seine Harmonien schamlos bei Beyoncés „Halo“ abkupfert. Das ist dann auch der Moment, in dem „1000 Forms Of Fear“ keinen Spaß mehr macht, weil dieses Album wie ein Sampler klingt, auf dem alle weiblichen Popstars der vergangenen zehn Jahre in der Haut von Sia. zu Wort kommen dürfen. Das ist leider nicht schön, sondern beängstigend!

Anspieltipps:

  • Chandelier
  • Burn the pages
  • Eye of the needle
  • Fire meet gasoline
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