Luluc - Passerby - Cover
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Luluc Passerby


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie subtil darf eine Audio-Ruheoase klingen?

Sag ich's oder sag ich's nicht? Lulucs Stimme Zoë Randell klingt nach einer gänzlich beruhigten Aimee Mann. Eine Stimme, die selbst so wenig aufregende Stücke wie den Opener „Small Window“ mit wohliger Wärme einhüllt. Lulucs Plan scheint es, uns Hörer einzulullen. In knapp 41 Minuten ungebrochener Ruhe und Geborgenheit darf er sich dem Cover des Albums entsprechend ins Reich der Träume verführen lassen und einem angenehmen Schläfchen Raum verschaffen.

Diese Aufgabe scheint auf „Passerby“ das höchste Gebot zu sein. Verträumt klimpernde Gitarren wie in „Without A Face“ sind die Regel der Unterstützung dieser warmen und sanften Stimme. Was alleinstehend zwar Glocken gleich klar aus den Boxen tönt, verzichtet dabei jedoch auch auf Höhen und Tiefen. Wenn man entspannen soll, dann darf ein Album schließlich auch nicht zu viel Abwechslung bieten. Dies scheint zumindest die Maxime des Duos zu sein, da sich unterschiedliche Stimmungen in Randells Stimme kaum ausmachen lassen. Alles klingt leicht optimistisch, aber doch in erster Linie freundlich zurückhaltend.

Ist das Hoffnung in „Winter Is Passing“? Ist „Senja“ eine traurige oder doch viel mehr eine aufbegehrende Hymne? Zoë Randell und Steve Hassett machen es den Hörern nicht leicht und drücken sich in bedächtigen Nuancen aus. Nur selten drückt ein Lied sich so klar wie das Herzstück „Tangled Heart“ aus und lässt das Album an Hörern vorbeirauschen. Das geschieht trotz der langsamen Musik ohne jegliche Langeweile, doch die Machart macht es gleichzeitig auch schwer, sich tatsächlich in dieser Musik zu verlieren. Das alles hat etwas von romantischem Lagerfeuergesang, der nur in der richtigen Stimmung vollends zünden kann.

Es ist nun einmal nicht genug, dass ein Album ohne Komplikationen vom Beginn bis ins Ziel läuft und dabei mit „Tangled Heart“ und „Reverie On Norfolk Street“ ein paar Glanzlichter setzt. Man möchte beinahe sagen, dass das Duo einen Tick zu vorsichtig zur Sache geht und so etwas wie Special Interest-Musik in die Welt gesetzt hat. Für all die geschafften Feierabende und die verschmusten Haustierliebhaber lässt sich „Passerby“ stets abspielen. Wenn sich der Hörer aber nicht gerade zu einem niedrigeren Puls verhelfen will oder sich zumindest in klar definierten Emotionen baden möchte, dann ist Lulucs neue Scheibe keine optimale Wahl.

Anspieltipps:

  • Tangled Heart
  • Senja
  • Reverie On Norfolk Street

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