Goatwhore - Constricting Rage Of The Merciless - Cover
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Goatwhore Constricting Rage Of The Merciless


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine großartige Band übertrifft sich mit einzigartigem Stilmix und packenden Songs auf ein Neues.

Ein Album von Goatwhore in seiner Gänze zu erklären und so für den Leser allein durch die Worte verständlich und erfahrbar zu machen, ist in etwa genauso schwer wie das Aussehen der neuen Ninja Turtles im Vergleich zu ihren Gegenstücken aus den 80er- und 90er-Jahren hinzunehmen. Wo bei der Michael Bay-Adaption allerdings nichts versäumt, der sich das Remake spart, könnte der eine oder andere Metalhead ohne den Genuss von „Constricting Rage Of The Merciless“ womöglich sein Lieblingsalbum 2014 verpassen! Dabei haben Ben Falgoust (Gesang), Sammy Duet (Gitarre), James Harvey (Bass) und Zack Simmons (Schlagzeug) an ihrer Formel, zackigen Black Metal mit groovendem Todesblei zu mischen und immer wieder größere Blicke über den metallischen Tellerrand zu werfen, nicht viel verändert.

Entgegen der Copy&Paste-Allmacht von ProTools und ähnlichen Audioprogrammen haben sich Goatwhore auf ihrem mittlerweile sechsten Werk dazu entschieden, Analogbänder für die Aufnahmen heranzuziehen, was der Dringlichkeit und Aggressivität der einzelnen Stücke ein enorm physisches Klangbild liefert und jede Nummer von Sekunde eins an in den Berserkermode schalten lässt. Lückenfüller oder unnötige Details wurden für die 37½ Minuten umfassende Begleitmusik für den Abstieg in die Niederungen der Hölle ebenso weggelassen, wodurch „Constricting Rage Of The Merciless“ mit Ausnahme der beiden lediglich als guter Standard zu benennenden Tracks „Nocturnal conjuration of the accursed“ und „Schadenfreude“ ein wahrer Leckerbissen geworden ist.

Egal ob Falgoust sein raues Gekrächze im dunkelschwarzen Opener „Poisonous existence in reawakening“ vom Stapel lässt, die Schlachtbank im rasenden „Unravelling paradise“ blutdurstig und ohne Rücksicht auf Verluste ihre Messer schärft oder sich der Moshpit angesichts solch genial groovender Nummern wie „Baring teeth for revolt“ und „Externalize this hidden savagery“ langsam rot färbt, Stillstand ist für Goatwhore auch mehr als 15 Jahre nach der Gründung ein Fremdwort. Da zertrümmert der Hörer seine Birne im Death´n´Roll-Gustostückerl „Reanimated sacrifice“ z.B. noch in seine Einzelteile und vergisst angesichts der flüssigen Dynamikwechsel in „Heaven´s crumbling walls of pity“ den Mund zu schließen, schon ist er ein paar Minuten später mit „Cold earth consumed in dying flesh“ im Keller von Opa Doom angelangt und lehnt sich entspannt beim soundtracklastigen Intro zurück, bis Ben zum Angriff bläst und jeden Millimeter Haut mit Angstschweiß überzieht.

Zur großen Freude darf in „FBS“ Sammy Duets Gitarre Amok laufen, während der Hörer bereits nach der zweiten Umdrehung die offensichtlich zensierte Abkürzung folgerichtig mit „Fucked by Satan“ aus den Lungen presst und herumstehendes Mobiliar mit seiner Luftgitarre zerschmettert. Tja, was bleibt noch anderes zu sagen, als der Ziegenhure noch weitere, ähnlich erfolgreiche Jahre zu wünschen und endlich auch in Deutschland die Charts von hinten aufzurollen (in Amerika hat dieses Kunststück ja mittlerweile schon geklappt). Für derartige Quergeister wie die durch sämtliche Genres brandschatzenden Goatwhore sollte es nämlich auf jeden Fall eine wesentlich größere Fanbase geben!

Anspieltipps:

  • Unravelling Paradise
  • Baring Teeth For Revolt
  • Cold Earth Consumed In Dying Flesh

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