Woman´s Hour - Conversations - Cover
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Woman´s Hour Conversations


  • Label: Secretly Canadian/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Reise in das Innere der Seele.

Welche Assoziationen ruft der Name Woman’s Hour spontan hervor? Eine Klatsch- und Tratsch-Runde unter aufgedrehten Frauen mit jeder Menge tiefgründigen Gesprächen? Nun, zumindest der letzte Teil liegt nicht ganz daneben. „Conversations“ beinhaltet elf Titel, die alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Klarer, gestochen scharfer Sound und träumerische, tranceartige Melodien.

Woman’s Hour machen diese interessante Kombination durch einen Spagat zwischen nahezu perfektionistischen Arrangements, reinem Gesang und purer Träumerei möglich. Einfühlsam, akkurat, stellenweise fast ein bisschen zu besinnlich. Dahinter stehen nicht etwa nur Frauen, sondern ein gemischtes englisches Quartett (Fiona, Will, Josh, Nicolas), das gleich mit der ersten Single „Our love has no rhythm“ auf sich aufmerksam machte. Das war bereits 2013, drei Jahre nach Gründung der Band im britischen Kendal.

„Conversations“ ist ein gut gewählter Titel, denn die Songs auf dem Debütalbum haben durchaus das Potenzial bedeutungsschwerer Gespräche. Der Opener „Unbroken Sequence“ führt sofort in die melancholische Grundstimmung ein. Trotz allem haben die Lieder die Eigenschaft von ruhigem, unaufgeregtem Austausch, anstelle von harten Diskussionen. Nur selten schleichen sich wiederkehrende Melodien oder eingängige Refrains ein. Die Message des Albums wird viel subtiler an den Hörer gebracht.

Es geht natürlich viel um Liebe auf „Conversations“, doch beim Hören der zweiten Single „Her Ghost“ wird klar, dass die Englänger auch bei der Themenwahl ein Stückchen über den Mainstream hinausgehen. So tauchen Gedankengänge zu der Wirkung und der Kraft von Erinnerungen auf und der Hörer bekommt das Gefühl, das der Prozess des Schreibens und Singens auch ein Prozess des Erkundens und Verstehens ist.

Kein Wunder also, dass sich „Conversations“ anfühlt wie eine Traumreise in das tiefe Innere der Seele der englischen Band. Durch seine ruhige Art und Sängerin Fionas klaren Gesang wird das Gefühl der Intimität noch verstärkt, wobei dies sicherlich auch eine der Stärken des Albums ist. Trotz der tiefgründigen Stimmung eignet es sich durchaus zum Nebenherhören und Abschalten. Nur mit dem Tanzen könnte es etwas schwierig werden, außer der Hörer befindet sich in Trance.

Anspieltipps:

  • Unbroken Sequence
  • Our Love Has No Rhythm
  • Her Ghost
  • Devotion

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