Theory Of A Deadman - Savages - Cover
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Theory Of A Deadman Savages


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
9.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Nickelback-Klon mit Album Nummer fünf.

Die kanadische Alternative Rockband Theory Of A Deadman gründete sich im Jahr 2001 und ging noch im selben Jahr einen Vertrag mit Chad Kroegers (Nickelback) Label 604 Records ein, das ebenfalls frisch aus der Taufe gehoben wurde. Das Label-Roster von 604 Records hat sich seitdem auf fast drei Dutzend Acts vergrößert, ohne dass dabei die wirklich dicken Fische an die Angel gegangen sind, sieht man einmal von ein paar bekannten Namen wie Tommy Lee, Hanson, Nick Carter und Pop-Sternchen Carly Rae Jepsen ab.

Richtig große Hoffnungen wurden seit jeher in Theory Of A Deadman gesetzt, die im heimischen Kanada Gold- und Platin-Auszeichnungen abonniert haben und auch in den USA inzwischen zu einem Top-10-Act geworden sind. Freilich: Das große Ding sind Theory Of A Deadman immer noch nicht, was auch daran liegen mag, dass von ihren zahlreichen Singles selten mal eine richtig gut performt – und dass, obwohl die Mannen um Band-Boss Tyler Connolly zumindest am Anfang ihrer Karriere wie ein Nickelback-Klon klangen, die wiederum mit mehr als 50 Millionen verkauften Tonträgern zu den Big Playern im Rock-Business zählen. Aber wenn immer alles so einfach reproduzierbar wäre, gäbe es auch nicht dieses dauerhaft starke Verlangen nach den großen Alben der Pop- und Rockgeschichte, die regelmäßig in Luxus-Auflagen wiederveröffentlicht werden. Und so dürfen sich Theory Of A Deadman auch weiterhin abmühen, um in den Dunstkreis wirklich relevanter Bands zu gelangen.

Dazu haben sich Tyler Connolly (Gesang, Gitarre), Dave Brenner (Gitarre), Dean Back (Bass) und Joey Dandeneau (Drums) wiederum die Dienste von Nu-Rock-Papst und TOAD-Stammproduzent Howard Benson (u.a. 3 Doors Down, Hoobastank, Papa Roach, The Used, My Chemical Romance, Daughtry, Saliva) gesichert, der sich scheinbar gar nicht erst die Mühe gemacht hat, den Kanadiern auch nur einen andersklingenden Ton zu entlocken, als der Hörer ihn von den bisherigen vier Alben gewohnt ist. Denn die Band zieht ihren Alternative-Rock-Stiefel mit stoischem Gleichmut durch und gönnt dem Hörer lediglich mit dem „Livin‘ my life like a country song“-Duett mit Joe Don Rooney von der Country-Band Rascal Flatts eine kleine Abwechslung von den immer gleichen Schemata, mit denen Theory Of A Deadman ihren Alternative Rock gestalten.

Dazu sind die Gitarren wie gewohnt schön tief gestimmt („The sun has set on me“, „Drown“) und die Melodien auf schnellstmögliche Eingängigkeit getrimmt („Blow“), ohne dass die Gitarrenarbeit wirkliche Härte offenbart und die Hooklines den Hörer vom Hocker hauen. Da hilft auch ein Gastauftritt von Schock-Rocker Alice Cooper im Titeltrack nicht viel. Theory Of A Deadman sind und bleiben eine dieser Rockbands, die nur spielen wollen, aber nicht beißen. Die Kanadier schreiben gefällige Songs, die sofort ins Ohr gehen („Misery of mankind“), cheesy sind („Angel“), mit Riffs nicht geizen („Heavy“) – und dabei so maximal altbacken klingen, wie es nur bei Bands vorkommt, die zur Blütezeit des Nu-Rock großgeworden sind und seitdem keinerlei Entwicklung durchgemacht haben. Genau deshalb ist „Savages“ nicht mehr als Durchschnittskost, auf die weder Kids noch Alt-Rocker scharf sind.

Anspieltipps:

  • Drown
  • Savages
  • In ruins
  • Panic room
  • Misery of mankind
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