Anushka - Broken Circuit - Cover
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Anushka Broken Circuit


  • Label: Brownswood/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Tiefgründige Dance-Musik eines britischen Duos.

Es hört sich äußerst vernünftig an, ein Dance-Album kurz nach Sommeranfang auf den Markt zu bringen. Lange Sommernächte und ausgelassene Stimmung laden zum Tanzen auf elektronische Musik ein und davon bringt England derzeit eine Fülle hervor. „Broken Circuit“ aber überrascht die vermeintliche Zielgruppe mit dem Gegenteil. Das Album scheint kaum zum Anheizen der Partystimmung gedacht. Es ist vielmehr eine Reise in entspannte Gefilde, zu tiefgründigen Gedanken und ehrlichen Gefühlen.

Hinter dem britischen Projekt „Anushka“ stehen die Ideen der beiden Musiker Max Wheeler und Victoria Port, die sich für dieses Debütalbum mit ihren jeweiligen Talenten zu einem Team zusammengefunden haben. Wheeler ist dabei vor allem für die teils minimalistischen, teils ausgefallenen Beats zuständig, während Port mit ihrer stimmlichen Leistung gewisse Soul-Elemente einfließen lässt.

Auf ihrem Cover präsentieren sich die beiden in synchroner Geste und mit geschlossenen Augen, umgeben von Symbolen, die für das stehen, was für sie wichtig ist: Musik. Denn auch wenn mit „Broken Circuit“ das Debütalbum der beiden als Duo vorliegt, sind sie nicht völlig unerfahren im Musikgeschäft. Victoria Port war bereits in Drum & Bass-Projekte involviert sowie bei Liveauftritten vertreten. Max Wheeler kümmert sich beruflich um Straftäter und bringt ihnen vorrangig den Umgang mit Software für die Musikproduktion bei.

Die Musik, für die sich die beiden in ihrem persönlichen Projekt entschieden haben, ist, wie bereits erwähnt, keinesfalls abgedroschen und stumpf. Dafür ist sie aber auch nicht freudig und ausgelassen. Stattdessen sprechen die Texte über echte Gefühle, die durch zeitweise melancholische Beats untermalt werden. Dabei geht es um Herzschmerz, Ernüchterung, Frustration. Ab und an kommt ein bisschen Freude, ein bisschen Begierde durch, die Beats werden dann schneller, aufdringlicher, nie jedoch anstrengend. „This Time“ ist eine ehrliche Ballade über das Ende einer Beziehung, „Never can decide“ wünscht bereits die nächsten Kisses from a boy herbei.

Das Album kommt insgesamt schlicht, fast bescheiden daher. Während dies die größte Schwäche von „Broken Circuit“ darstellt, ist es auch seine größte Stärke. Denn die Titelnamen „Impatient“, „Atom Bombs“ und „Fire to me“ lassen anderes vermuten - und überraschen den Hörer damit umso mehr. Anushka haben kein oberflächliches Sommeralbum produziert. Vielleicht überdauert es diesen gerade deshalb.

Anspieltipps:

  • Never Can Decide
  • Kisses
  • This Time
  • Fire To Me

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