Slash - World On Fire - Cover
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Slash World On Fire


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 78 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der berühmteste Zylinder-Träger des Rock'n'Roll mit der dritten Zusammenarbeit mit Myles Kennedy (Alter Bridge).

Das dritte Soloalbum des ehemaligen Guns N´ Roses Gitarrengotts Saul Hudson alias Slash (49) kommt mit üppigen 17 Songs und 78 Minuten Spielzeit daher. Das macht im ersten Moment Angst. Denn wer zaubert heutzutage noch so viele hervorragende Songs am Stück aus seinem Zylinder? Die Zeiten von ebenso irrwitzigen wie genialen Projekten wie „Use Your Illusion 1+2“ mit mal eben 30 Songs ist schließlich schon lange Geschichte. Und selbst auf diesen Platten für die Ewigkeit befand sich einiges Füllmaterial. Da kann der geneigte Hörer nur hoffen, dass das kreative Gespann Slash/Kennedy im wahrsten Sinne des Wortes die Töne trifft, damit „World On Fire“ nicht zum Desaster wird.

Und was heißt überhaupt Soloalbum? Schon auf „Apocalyptic Love“ (05/2012) prangten die Namen Myles Kennedy (auch bekannt als Sänger der Band Alter Bridge) und der Rhythmusfraktion The Conspirators (Bassist Todd Kerns und Drummer Brent Fitz) auf dem Cover. Ganz offenbar braucht Slash immer den schützenden Hafen einer Band um sich herum, auch wenn diese auf dem Papier nur in Form von Angestellten existiert. Dagegen ist Myles Kennedy (44) zum unverzichtbaren Bestandteil des Slash-Sounds geworden. Nicht nur, dass er wiederum Co-Songwriter des gesamten Albums ist, auch seine markante Stimme stellt so etwas wie eine Brücke zu alten GNR-Zeiten dar. Und diese liegen Slash wesentlich näher als die der auf Eis liegenden Velvet Revolver.

So klingen Songs wie „Automatic overdrive“, „Bent to fly“ oder auch „30 years to life“ auffallend nach den alten Gunners, was nicht nur am Gitarrenspiel des Herrn Hudson liegt. Komplette Strukturen und Gesangsparts erinnern an selige End-Achtziger/Früh-Neunziger-Jahre, was vermutlich der beste Ansatz war, den Slash zehn Jahre nach dem letzten Lebenszeichen der Ur-Gunners mit dem „Greatest Hits“-Album aus dem Jahr 2004 in die Tat umgesetzt hat. Dass ihm dabei keine Monsterhits mehr vom Schlage eines „Civil war“, „Paradise city“ oder „You will be mine“ gelingen, damit hat sich der Hörer im Prinzip abgefunden. Also lautet der Wunsch, diesen Hits so nahe wie möglich zu kommen.

Und das schafft das Songwriter-Duo Slash/Kennedy in der Tat! Mit allen erforderlichen Zutaten des Sleaze- und Hardrock ausgestattet, agiert hier eine – im positiven Sinne – spannende Kopie von Guns N´ Roses, die wie erwartet nicht über die vollen 78 Minuten ein gleichbleibend hohes Niveau halten kann, aber auch nie in ein kreatives Loch fällt. 17 Songs sind insgesamt zwar ein bisschen zu viel des Guten, doch wer den Hardrock der 80er/90er Jahre mag, wird mit einem gut-klassigen Album belohnt, das keine Bäume ausreißen kann, aber durchaus angenehm aus der Hüfte rockt.

Anspieltipps:

  • Avalon
  • Battleground
  • The Dissident
  • Too far gone
  • 30 years to life
  • Automatic overdrive
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