Islander - Violence & Destruction - Cover
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Islander Violence & Destruction


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Violence & Destruction” könnte auch als Tribute-Sampler an die Jahre 1995 bis 2005 verkauft werden. Nur, will so ein Ding wirklich jemand haben?

Mit „Violence & Destruction” legt die dem christlichen Lager zugehörige Alternative- bzw. Nu-Metal-Band Islander aus Greenville, South Carolina, nach der „Pains“-EP aus dem Jahr 2013 ihren ersten Longplayer vor. Gegründet wurde Islander im Jahr 2011 von Mikey Carvajal (Gesang), Andrew Murphy (Gitarre), Eric Frazier (Drums) und Chris Doot (Bass). Sie unterzeichneten ihren ersten Plattendeal beim legendären Indie-Label Victory Records und können Szenegrößen wie Sonny Sandoval (P.O.D.) und H.R. (Bad Brains) als ihre Fürsprecher vorweisen.

Stilistisch bewegt sich der Islander-Sound in der Schnittmenge aus groovigen Deftones-Rhythmen und kantigen Gitarren-Riffs aus dem Tom-Morello-Baukasten (Rage Against The Machine), gepaart mit einem dezenten Emo- und Hardcore-Anstrich. Neu ist das alles zwar nicht, aber ein Versuch ist es dennoch wert. Zumal mit Cameron Webb (u.a. Motörhead, Alkaline Trio, Pennywise, Silverstein, Zebrahead, Weezer) ein Produzent und Toningenieur verpflichtet werden konnte, der weiß, wie man ein Album amtlich knallen lässt.

Doch ein fetter Ballersound alleine gewinnt noch keine Kriege. Dazu bedarf es mehr, wie zum Beispiel ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich eine Band wie Islander von anderen unterscheiden kann. Schließlich ist ihr Stilmix nicht gerade eine einsame Insel der Glückseligkeit, sondern ein wilder Tummelplatz, der quasi im Monatstakt um neue Acts erweitert wird. Und hier liegt leider auch der Hase im Pfeffer. Denn Islander besitzen auf ihrem Longplay-Debüt keinen künstlerischen Hebel, um sich auch nur im Ansatz von der breiten Masse abzuheben.

Dabei sind Islanders Songs gar nicht schlecht. Doch es bleibt weder positiv noch negativ etwas von ihnen hängen, womit die Band und ihr Debüt die wohl unliebsamste Position überhaupt einnehmen: Sie sind dem Hörer egal. Denn wer auf energiegeladenen Rock steilgehen will, legt Rage Against The Machine auf und wer sich über Groove-Rock aus der Hüpfburg lustig machen oder ärgern will, greift zu Limp Bizkit. Aber Islander? Dazu fehlt einfach der Schlüssel.

Anspieltipps:

  • Criminals
  • Coconut Dracula
  • The sadness of graves
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