Astrid Swan - Astrid4 - Cover
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Astrid Swan Astrid4


  • Label: Soliti Records/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine finnische Songwriter-Art-Pop-Delikatesse, die den Bogen von Caroline Keating zu Rickie Lee Jones spannt.

Die Laufbahn der Finnin Astrid Swan begann im Alter von 17 Jahren bei sogenannten Open-Mic-Nächten in Michigan. Bereits zwei Jahre später hatte sie einen Auftritt beim legendären SXSW Festival in Austin, Texas, dingfest gemacht. Mit 23 Jahren veröffentlichte sie schließlich ihr Debütalbum namens „Poverina“ (2005), das die Medien zwischen Tori Amos und den Pretenders einordneten. Ihre Coverversion „When You Were Young“ von The Killers bescherte ihr einen weiteren Erfolg. Auch ihre nachkommenden Longplayer „Spartan Picnic“ (2008) und „Better Than Wages“ (2009) ließen aufhorchen.

Ihr viertes, nun vorliegendes Album titelte sie simpel „Astrid4“ und verdeutlicht abermals, wie facettenreich sie ihre Songs komponiert und entsprechend umsetzt. Zudem spielt sie das Piano und produzierte die acht Titel selbst. Neben Bass, Drums und Gitarren, ist es wiederholt eine Bläsersektion, die den Stücken barocke Soul- oder Chamber-Pop-Noten beibringt. Dazu hüpft, tanzt oder perlt das Piano zu Swans Stimme, die zwischen Joni Mitchell, Kate Bush und Rickie Lee Jones die Oktaven rauf- und runterklettert. Auch aktuelle Interpretinnen wie Caroline Keating, Regina Spektor oder Fiona Apple kommen einem in den Sinn.

Ganz besonders ragt der Titel „The Loon“ heraus mit Soul getränkten Bläsersätzen, mit denen sich Astrid Swans Stimme in luftige Höhen schwingt. Die zwischen Art-, Chamber-, Baroque- und Cabaret-Pop angelegten Songs wie z.B. „Nature Calling“ und „Rabbit Catcher“ sind perfekt zwischen Kunst und Popmelodie austariert. Zudem erreichen sie jene Qualitätsstufe, die auch eine Kate Bush oder Tori Amos auszeichnet. „Black Bear And A Hoofer“ klingt, als würde Rickie Lee Jones einen Randy Newman-Song covern. Auch eine Pianoballade hat die Finnin im Gepäck, „A.R.I.Z.O.N.A“ kommt mit Chorstimmen und vor allem ohne jegliche Kitschnoten daher.

Bei aller Kunstfertigkeit schwingt auf „Astrid4“ wiederholt Leichtigkeit, hin und wieder gar eine Verspieltheit mit, die sich jedoch beide immer dem Gesamtkonzept unterordnen. Es wird Zeit, dass alle Singer/Songwriter-Anhänger Astrid Swan kennenlernen. Nach Mirel Wagner hat Finnland ein weiteres, wenn auch anders geartetes Ass im Ärmel!

Anspieltipps:

  • Nature Calling
  • The Loon
  • Black Bear And A Hoofer
  • A.R.I.Z.O.N.A

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