Y´akoto - Moody Blues - Cover
Große Ansicht

Y´akoto Moody Blues


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 59 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem überraschend erfolgreichen Debüt, nun das Zweitwerk der Soulsängerin.

Mit „Babyblues” (03/2012) veröffentlichte die Soulsängerin Jennifer Yaa Akoto Kieck alias Y´akoto (26) vor rund 2½ Jahren ihren Debüt-Longplayer, der einen beachtlichen 20. Platz in den deutschen Album-Charts erzielen konnte. Auf jener, u.a. von Max Herre produzierten Platte, verbindet die in Hamburg geborene, aber in verschiedenen Teilen Afrikas aufgewachsene Newcomerin Soul mit Elementen aus Folk, Pop, Blues und Singer/Songwriter-Musik. Dass dies kommerziell so gut funktionieren würde, konnte dennoch kaum jemand erahnen. Und nun steht schon Album Nummer zwei vor der Tür.

Auf den „Babyblues“ folgt nun der „Moody Blues“ – wiederum produziert von Max Herre und seinem Kahedi-Team – als neue Ausbaustufe der Melancholie, die latent in allen Songs vorhanden ist. Dabei klingt Y´akoto je nach Ausprägung auf der einen Seite nach Neo-Soul à la Amy Winehouse („Perfect timing”) und auf der anderen nach den großen Diven der glorreichen Soul-Vergangenheit, wie zum Beispiel Nina Simone und Billie Holiday („Carry this“). Diese Reife und Abgeklärtheit in der Stimme ist für eine Mittzwanzigerin, ebenso wie damals bei Amy Whinehouse, sehr erstaunlich und eine der Grundlagen des Y´akoto-Hörerlebnisses.

Neben Y´akotos Stimme und ihren Texten, ist die Rhythmik eine weitere Komponente des Albums, das weitgehend auf Studio- und Computer-Schnickschnack verzichtet und seine handgemachten Songs in eine warme Produktion verpackt. Y´akoto pendelt mit ihren Kompositionen zwischen minimalistisch arrangierten Stücken („Mother and son“, „Come and gone“, „Come down to the river“) und kleinen rhythmischen Feuerwerken („Save you“, „Perfect timing“, „I will go down“) und behandelt dabei Themen wie Suizid und Liebeskummer, singt von Kindersoldaten und Bootsflüchtlingen. Ganz alltäglich ist das sicherlich nicht.

Als alltäglich ist demnach auch das gesamte Album nicht zu bezeichnen. Befeuert von ihren afrikanischen Wurzeln, lebt Y´akoto eine Form der Soulmusik vor, die tatsächlich nicht abgegriffen und schal klingt, obwohl sie sich auf die Wurzeln des Genres bezieht. Das hat die 26-Jährige ihren Produzenten und musikalischen Partnern zu verdanken, aber allen voran ihrer ganz persönlichen Art zu komponieren und schwere Themen zu behandeln.

Anspieltipps:

  • Forget
  • Moodyman
  • Come and go
  • Perfect timing
  • Now is the time
Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Y´akoto“
comments powered by Disqus