Jungle - Jungle - Cover
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Jungle Jungle


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Verträumter und tanzbarer Electro-Soul der Moderne.

Pressefotos, die statt der Band Statisten zeigen. Ein Duo, das abgesehen von seinem Bandnamen nur als J und T identifizierbar ist. Vieles war mysteriös an Jungle - der Band, die sich mit viralen Musikvideos Ende 2013 ihren Weg in die Musikblogs bahnte. Inzwischen haben sich Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland selbst als die beiden Kernmitglieder der live bis zu siebenköpfigen Truppe enttarnt.

Aus Großbritannien kommt ein chilliger aber funky und eindringlicher Groove, einfacher Rhythmus, aber mit vielschichtiger Melodie. Wer möchte, kann Jungles Musik als Electro-Soul à la Electric Wire Hustle bezeichnen, doch ihr Sound setzt sich über solche Bezeichnungen hinweg. Entsprechend der modernen Ausprägung von R&B und Soul hat die Musik eher kaleidoskopischen Charakter: aufgefächert, bunt und sich stetig verändernd. Josh und Toms Falsettos, die sie meist im Duett vortragen, genießen keinen höheren Stellenwert als die klimpernden, gluckernden und schnippenden Spielereien, die sich durch Jungles Songs ziehen. Obwohl sich die Stimmen nie ganz in den Instrumenten verlieren, wird der Zusammenhang aus Musik und Bandnamen schnell klar.

Typische Soul-Themen wie obsessive oder ziellose Liebe („Drop“) treffen im dichten Dschungel aus psychedelischer Atmosphäre, exotischem Trommeln und scharrenden Gitarren auf geradezu gesellschaftskritische Texte, die Leistungsdruck („Busy Earnin'“) und Anonymität monieren. Simpel, als wären es Schlagzeilen, trägt das Duo seine Texte vor, so als wären sie selbsterklärend, einer Erklärung nicht wert. Untermalt werden sie von unverwechselbar tanzbaren Grooves, dichten Basslines und Disco-Funk, als wollten Jungle eine Grenze ziehen zwischen den Problemen „da draußen“ und der Tanzfläche „hier drinnen“.

Und siehe da, es klappt. Das Album lädt ein, sich in ihm zu verlieren, bis die oft seriösen Texte bis auf einige Schlagworte keine Rolle mehr spielen und man sich von schleppenden Beats treiben und von elektronischem Gefrickel faszinieren lässt.

Anspieltipps:

  • Busy Earnin'
  • Platoon
  • Time
  • Lemonade Lake

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