Alvvays - Alvvays - Cover
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Alvvays Alvvays


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Trauriger Surf-Rock zwischen Lässigkeit und detaillierter Komposition.

Hallende Instrumentierung und Gesang, simple Melodien und dominante Bass-Gitarren. Zwar stammt das Quintett namens Alvvays aus Toronto, Kanada, doch dessen Musik klingt, als käme sie aus dem sonnenverwöhnten Kalifornien. Ihr Debüt-Album besticht mit genau der Art Surfmusik, die so oft mit den Stränden des Golden State assoziiert wird.

Frontfrau Molly Rankins Stimme springt in diesem lärmenden Meer aus sich überlagernden Gitarren und Bässen ständig zwischen melodischem Gesang und angestrengtem Rufen hin und her und verliert sich dabei selbst manchmal im Reverb. Die Idee, das mit poppigen, eingängigen Melodien zu verbinden, ist zwar nicht neu, aber scheinbar auch noch nicht abgegriffen. Bands wie Best Coast und Fidlar verpassen dem Surf-Genre auch heute noch eine eigene Note. So auch diese Kanadier, die mit melancholischen Texten und emotionslosem Vortragen der selbigen den Songs einen Teil ihrer Sonne nehmen, die Stücke aber seltsam tanzbar bleiben. Musikalisch verirren sie sich somit bewusst mal in die Richtung des Punk („Atop A Cake“), mal in verträumtere Pop-Gefilde („Red Planet“).

Tatsächlich ist es auch genau dieses Bewusstsein für Komposition und Genre-Elemente, das die Musik von Alvvays von vielen Surf-Kollegen und -Vorgängern abhebt. Natürlich wirken die Songs in ihrer Lo-Fi-Attitüde schlecht produziert, geradezu blechern. Wer dies allerdings als Charakteristik des Genres anerkennt, kann sich über eingängigen und im Detail vielseitigen Rock freuen. Glücklicher noch, wer sich über die Paradoxie der bewussten Komposition und melancholischen Lyrics in Kombination mit Rock freuen kann, der sonst für sich den Anspruch hat, lässig, spontan und gleichgültig daher zu kommen.

Anspieltipps:

  • Archie Marry Me
  • Party Police
  • The Agency Group
  • Red Planet

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