Tigers Jaw - Charmer - Cover
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Tigers Jaw Charmer


  • Label: Run For Cover/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Wiedergeburt des Slacker-Sounds der 90er Jahre.

Die im Jahr 2005 gegründeten Tigers Jaw stammen aus Scranton im Bundesstaat Pennsylvania, einer von hoher Arbeitslosigkeit gequälten 70.000-Einwohner-Stadt an der amerikanischen Ostküste. Die Band veröffentlichte bis dato drei Alben in der stilistischen Schnittmenge aus Pop-Punk und Indie-Rock. Im März 2013 gaben Tigers Jaw bekannt, dass Pat Brier (Drums, Gitarre, Gesang), Adam McIlwee (Gitarre, Gesang) und Dennis Mishko (Bass) die Band verlassen würden und dass die verbliebenen Mitglieder Brianna Collins (Keyboards, Gesang) und Ben Walsh (Gitarre, Gesang, Drums) als Duo weitermachen würden. Entsprechend zeigen die aktuellen Bandfotos nur noch Brianna Collins und Ben Walsh. Nichtsdestotrotz wurde das aktuelle Album „Charmer“ noch in der oben genannten Fünf-Mann-Besetzung eingespielt.

Die Aufnahmen fanden im „Studio 4“ in Conshohocken, zusammen mit Produzent Will Yip (La Dispute, Lauryn Hill, The Fray, Arctic Monkeys, Braid) statt. Dieser entlockte der Band ein Dutzend Songs, die deutlich an Härte eingebüßt haben und nun wie eine Mischung aus Weezer, Saves The Day und The Lemonheads klingen. Auf diese Weise gniedeln die Gitarren gefällig, aber auch unauffällig im Midtempo vor sich hin, während das Mikrophon munter umher wechselt. Damit kreieren Tigers Jaw fast schon eine Wiedergeburt des Slacker-Sounds der 90er Jahre, kurz bevor der Grunge das Zepter übernahm und die Töne deutlich rauer wurden.

„Charmer“ ist ein hübscher Longplayer zum gepflegten Nebenbeihören, auch wenn die Grundstimmung eher melancholisch gehalten ist. Trotzdem liegt den Stücken immer eine gewisse poppige Eingängigkeit zugrunde, die dem Werk allerdings auch sämtliche Widerhaken nimmt. Nicht nur damit haben sich Tigers Jaw vom Emocore-Genre weit entfernt, was nicht bedeutet, dass ihre Songs keinen Charme besitzen würden. Doch wer über die Dauer eines ganzen Albums ausschließlich rosa Wölkchen malt und dabei so lieb und nett klingt, lässt leider auch die erforderliche Nachhaltigkeit in seiner Musik vermissen.

Anspieltipps:

  • Cool
  • Divide
  • Charmer
  • Softspoken
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