Mr. Bird - Low-Fi Classics - Cover
Große Ansicht

Mr. Bird Low-Fi Classics


  • Label: BBE/ALIVE
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Low-Fi Classics sollen an die Zeit der Mix-Tapes erinnern. Das Gestern und Heute aus Soul, Funk und HipHop wird hier zusammengeführt.

Der englische Produzent, DJ und Multi-Instrumentalist Mr Bird hatte die Idee, seine Veröffentlichung so zu gestalten, wie man früher Mix-Tapes gebastelt hat. Deshalb der Titel „Low-Fi Classics“. Das Ergebnis sollte sich anhören, als hätte man spontan Lieblingslieder zusammengesucht und diese entweder themenbasiert oder Flow-orientiert angeordnet. Dazu hat er sich mit dem Sänger und Songwriter Greg Blackman zusammengetan, der hier in mehrere Rollen schlüpft und dadurch ein Spektrum von Sixties-Soul über Eighties-Funk bis Nineties-HipHop abdeckt.

Musikalisch kollidieren hier also Tradition und Moderne. So trifft Old-School R&B auf Break-Beats und Elektronik („Over Again“) oder uralter Chain Gang-Gesang wird mit einem jazzigen Groove und leichten Dub-Effekten vereint („Save Me“). Optimistischer Motown-Sound schwingt bei „The Morning`s Coming“ und „Since You`ve Been Gone“ mit, dessen Gesang genauso von Marvin Gaye`s Geist beflügelt wurde wie „Get On Through“. Die hier verwendeten elektronischen Sounds machen aber deutlich, dass es sich um eine aktuelle Produktion handelt. „Bounce To The Beat“ fordert zum Tanz auf und bedient sich dabei sowohl beim HipHop wie auch beim Jazz und Dance-Pop. Break Beats gibt es zu Hauf beim hektischen, nervösen „Bad Advice Interlude“, der in die HipHop-Ballade „A Love Forever Fly“ übergeht.

Gepflegten Soul bietet „Where Did The Party Go?“. Der Titel pendelt zwischen ruhigen und rhythmisch betonten Momenten hin und her. Die Instrumental-Nummer „GB`s Groove“ könnte man wegen der chilligen Sounds auch zur Vertonung von Landschaftsbildern verwenden. Funky wird es mit „On The Dancefloor“, das an Vorbilder wie Sly & The Family Stone, George Clinton oder Rick James gemahnt. “Right This Time” wiederum lässt durch den Falsett-Gesang an Prince denken.

Dieser Mix aus Stilen, Zitaten und Versatzstücken ist recht unterhaltsam, weil man ständig Anknüpfungspunkte sucht und entdeckt. Mr Bird fliegt von Ast zu Ast, ohne irgendwo richtig anzukommen und sein Nest zu bereiten. Es fehlt letztlich eine endgültige Identifikationsbasis. Die Songs sind im besten Sinne solide, ohne aber nachhaltig zu begeistern.

Anspieltipps:

  • Save Me
  • The Morning's Coming
  • Since You've Been Gone

Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Mr. Bird“
comments powered by Disqus