(hed) p.e. - Evolution - Cover
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(hed) p.e. Evolution


  • Label: Pavement/SOULFOOD
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Titel „Evolution“ veräppeln (hed) p.e. ihre Hörer.

(hed) planet earth bzw. (hed) p.e., eines der Urgesteine des US-Crossover-Metals, feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Die größten kommerziellen Erfolge konnte die Band Ende der 90er, Anfang der Nullerjahre mit den Longplayern „(hed) p.e.“ (08/1997) und „Broke“ (08/2000) erzielen, die auf Sonys Majorlabel-Ableger Jive Records, der Heimat von R. Kelly, Britney Spears, Backstreet Boys und *NSYNC, auf den Markt kamen. Jive forderte zunehmend eine stärkere Orientierung in Richtung Mainstream von der Gruppe, die sich daraufhin nach dem „Blackout“-Album (03/2003) von dem Label trennte und seitdem in durchaus regelmäßigen Abständen, mit stetig wechselnden Line-ups neue Werke auf verschiedenen Indie-Labels herausbringt.

(hed) p.e. anno 2014 sind Jared Gomes (Gesang, seit 1994 dabei), Jackson Benge (Gitarre, seit 2004 dabei), Mark Young (Bass, seit 1994 dabei) und Jeremiah Stratton (Drums, seit 2009 dabei). Sie haben das neue Werk „Evolution“ (Studioalbum Nummer neun!) eingespielt, dessen Titel in Anbetracht des Sounds und der stilistischen (Nicht-)Entwicklung der Band, wie ein Witz anmutet. Nichtsdestotrotz können die Kalifornier weltweit auf mehr als eine Million verkaufte Alben zurückblicken. Weshalb sollten die Herren also auch nur einen Deut an ihrem Markenzeichen ändern?

„Evolution“ wurde von Ulrich Wild (u.a. Staind, Static-X, Deftones, Otep, Pantera, Soil) abgemischt, von Sänger Jared Gomes produziert und klingt schon nach den ersten Tönen des Openers „No turning back“ wie eine Zeitreise in die späten 90er Jahre. Also genau wie immer, wenn (hed) p.e. neue Musik veröffentlichen. Nur dass ihnen heuer das nicht vorhandene Budget einer Major-Produktion zusetzt, was sich im etwas dünnen Klangbild widerspiegelt. Dieses Manko lässt sich durch Lautstärke jedoch wieder ausgleichen. Nicht ausgleichen lässt sich dagegen das stumpfe Songwriting und das einfallslose Riffing, mit dem (hed) p.e. zu Werke gehen.

Ein paar Gang-Shouts und Raps, gemischt mit tiefergestimmten Gitarren und groovigen Bässen – dieses simple Rezept kann durchaus funktionieren. Allerdings nicht, wenn die Umsetzung nach Museum und Resterampe klingt und so gar keinen Esprit verströmt. So irren (hed) p.e. im Stile einer Altherren-Combo irgendwo zwischen Hardcore, Metal und Punk umher und klingen mal nach Korn („Never alone“), dann wie eine x-beliebige Nu-Metal-Band („No turning back“) oder altbackene Rap-Rocker („Lost in Babylon“). Doch noch ist das Gruselkabinett nicht vollständig. Denn zum Schluss gebärden sich die Kalifornier noch wie eine zugedröhnte Reggae-Kapelle („Nowhere 2 go“, „Let it burn“, „Hold on“) und schießen damit endgültig den Vogel ab. Wie sagt man heute so schön: „Das geht ja mal gar nicht!“.

Anspieltipps:

Let it rain
2 many games
The higher crown

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