Angus & Julia Stone - Angus & Julia Stone - Cover
Große Ansicht

Angus & Julia Stone Angus & Julia Stone


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach vier Jahren sind Bruder und Schwester Stone wieder da. Rick Rubin sei Dank!

Vier Jahre ist die letzte gemeinsame Platte des Geschwisterpaars Angus (28) und Julia (30) Stone inzwischen her. „Down The Way“ (04/2010) markierte mit der Hitsingle „Big jet plane“ den bisherigen Höhepunkt in der Karriere des australischen Duos, brachte aber auch die Entscheidung mit sich, dass die Stones zukünftig getrennte Wege gehen und sich auf ihre Solokarrieren konzentrieren. Julia brachte daraufhin zwei Soloalben auf den Markt (2011 und 2012), Angus zog im Juli 2012 mit seinem Solodebüt nach. Alles lief nach Plan und jeder war zufrieden. Doch nun sind die beiden wieder vereint und legen ihr drittes Album vor. Schuld daran ist Produzenten-Legende Rick Rubin.

Rick Rubin (Johnny Cash, Red Hot Chili Peppers, Shakira, Beastie Boys, Metallica, Lana Del Rey, Linkin Park, Eminem, Lady Gaga, Jay-Z, System Of A Down, AC/DC) entdeckte eines Tages die Musik von Angus und Julia Stone und beschloss, dass er das Duo gerne produzieren würde, ohne zu wissen, dass die beiden längst auf Solopfaden unterwegs waren. Rubin kontaktierte erst Julia und dann Angus und konfrontierte sie mit seinem Plan. Doch die Geschwister waren alles andere als Feuer und Flamme für die Idee und brauchten Monate, um sich mit dem Gedanken an ein gemeinsames Comeback anzufreunden. Aber irgendwann machte es Klick und die beiden begannen mit dem Songwriting. Im September 2013 ging es rüber in Rubins Shangri La Studios in Malibu, wo innerhalb eines Vierteljahres das selbstbetitelte dritte Album von Angus und Julia Stone eingespielt wurde.

Rick Rubin hat mit den Stones einen dramaturgisch geschickt aufgebauten Longplayer aufgenommen. Denn was anfänglich als sommerlich-leichtes Popalbum beginnt, verliert mit zunehmender Spieldauer an Drive und Optimismus und taucht in melancholisch-düstere Songs ein, deren Höhepunkt das finale, an Neil Youngs Gitarren-Feedback-Orgien gemahnende „Crash + Burn“ darstellt. Bis dahin durchläuft das Album diverse Stationen zwischen Indie- und Folk-Pop und bleibt dabei immer schön zugänglich und leicht verdaulich. So zeichnet sich das eröffnende „A heartbreak“ durch atmosphärisch dichten Chorgesang und eine im Raum schwebende Akustik aus, während „My word for it“ etwas stärker die E-Gitarre betont.

„Grizzly bear“ kommt mit einem beschwingt groovenden Pop-Rhythmus daher. Dem gegenüber stehen mit „Little whiskey“ ein ungewöhnlich laut polternder Song und mit „Wherever you are“ eine sanfte Folk-Pop-Ballade. Das leicht treibende „Get home” glänzt mit einer unwiderstehlichen Melodie und „Death defying acts“ punktet als fragile Zeitlupen-Ballade, die langsam aufbraust und an Dramatik gewinnt. Keine Frage: Auf diesem Album ist einfach alles dabei, was eine Indie-Pop-Produktion haben muss. Rick Rubin hat den Stones ein paar schöne Songs entlockt, die ursprünglich zum Teil auf den nächsten Soloscheiben der beiden erscheinen sollten. Nun wurden sie quasi brüderlich auf einem gemeinsamen Werk vereint, das damit die schöne heile Welt von Angus und Julia Stone von vor vier Jahren wieder zurückholt.

Anspieltipps:

  • Get home
  • Main street
  • Crash + Burn
  • From the stalls
  • Heart beats slow
  • Death defying acts
Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7/10

Midnight Parade
  • 2019    
Diskutiere über „Angus & Julia Stone“
comments powered by Disqus