Diverse - Live At Wacken 2013 - Cover
Große Ansicht

Diverse Live At Wacken 2013


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 440 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Ungleichgewicht im Umfang der gebotenen Songs und kleine Sound- und Bildprobleme trüben diese pickepackevolle Wacken-Revision ein wenig.

Fast pünktlich zu einem Vierteljahrhundert Wacken, schaut man ein wenig zurück in die Vergangenheit und lässt das Festival von 2013 nochmal Revue passieren. Was bietet sich da besser an als ein Konzertmitschnitt? Zwar haben Fernsehstationen wie ZDF_neo oder ZDF.kultur längst das Potential vom W:O:A erkannt und dementsprechend berichtet und übertragen, doch was gibt es schöneres für den Metaler, als sich seinen (im besten Falle) Besuch immer und immer wieder anzuschauen? „24 Years Louder Than Hell“ schafft natürlich Abhilfe und bietet ausgewählte (und definitiv nicht um Vollständigkeit bemühte) Auftritte an!

Insgesamt 103 Lieder von 45 Bands, die im Jahre 2013 aufgetreten sind, findet der Metalhead auf insgesamt drei DVDs und zwei CDs. Im gewohnt starken Line-up finden sich Bands wie Doro, Soilwork, Sonata Arctica, Anthrax, Annihilator oder Rage - um nur einige wenige zu nennen. Die typische Wacken-Atmosphäre gibt den Gigs das i-Tüpfelchen. Dass hier allerdings kompiliert wird und keine kompletten Auftritte geboten werden, sollte von Anfang an klar sein. So entsteht ein Flickenteppich mit einem gelegentlichen Ungleichgewicht: gleich fünf Songs von Dew-Scented aber nur jeweils einer von Alestorm, Ihsahn, Pretty Maids oder Deep Purple? Wirklich schade.

Die Höhepunkte bilden die Auftritte von Nightwish, die ihr Headliner-Konzert bereits selbst in Form von „Showtime Storytime“ pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2013 veröffentlicht und ihre Floor vorgestellt haben, aber auch der wuchtige „Opener“ von Sabaton, die ein für alle Mal klarstellen, dass sie eine Live-Band sind. „The Paranoid“ vom erwähnten Ihsahn ist großartig und besser als gar nichts - eine Band wie Leprous wird in der Playlist schmerzlich vermisst. Wirklich schade ist es auch um den Akustik-Gig von Amorphis, welcher von einem Saxophonisten völlig neue, interessante Nuancen bekommen hat. Hier findet sich lediglich die zweite Hälfte des Auftritts: Die typischen Probleme der Band (unsauberer Bass, viel zu laut) gibt es hier inklusive. Die mächtigen Kassierer dürfen immerhin mit drei Songs den Ruhrpott in den Norden bringen. Ein rauchender, 5.0er trinkender, Rolltor schiebender und barbusiger/blähbäuchiger Wölfi ist mindestens so legendär wie das Festival an sich. Das kleine bisschen Varieté in Form von Alice Cooper ist leider nicht mehr als ein Appetitanreger. Wer den Altherren-Schocker wirklich erleben will, soll und muss dies im vollen Umfang tun (CDstarts.de berichtete).

Ein wenig ärgerlich hingegen ist das nicht immer gute Bild (besonders bei dunkleren Einstellungen bemerkbar) und ein stellenweise unsauberer Sound. Hier gibt es teilweise drastische Qualitätsunterschiede, die die Möglichkeiten, sich die Konzerte in Dolby Digital 2.0 und 5.1 sowie PCM Stereo anzuhören, zur Makulatur degradieren. An Bonusfeatures mangelt es ein wenig. Der kurze Moodfilm ist einfach da. Die tolle 45-minütige Doku „Bullhead Proof - Endlich mal normale Leute“ hingegen ist absolut gelungen, vielleicht das Highlight von „24 Years Louder Than Hell“ und gibt einen wunderbaren, intimen Einblick in die Szene. Ob dies ausreicht, um sich für den Kauf des Wacken-Mitschnitts zu entscheiden, ist aber fraglich. Um ein wenig Atmosphäre zu tanken reicht es vielleicht. Oder als eine Art Souvenir, um sich an den eigenen Besuch zu erinnern oder sich eventuell sogar selbst im Publikum zu finden. Ansonsten erlebt man Wacken lieber hautnah. Rain or shine.

Anspieltipps:

  • Bullhead Proof - Endlich mal normale Leute

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
6/10

Armor Of Light
  • 2018    
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus