Jonah Tolchin - Clover Lane - Cover
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Jonah Tolchin Clover Lane


  • Label: Yep Roc/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein talentierter 22-Jähriger mit einem gut abgehangenen Americana-Album.

Jonah Tolchin ist noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt in der Americana-Singer/Songwriter-Szene. Mit gerade mal 22 Jahren liefert er bereits sein zweites Album namens „Clover Lane“ ab. Als Sohn einer professionellen Geschichtenerzählerin und eines Vaters, der einen Plattenladen betrieb, wuchs Jonah Tolchin sozusagen mit offenen Ohren für Musik und Geschichten auf. Zudem lagen bei ihm zu Hause immer Spielzeuginstrumente in Reichweite, so dass seine musikalische Sozialisation sehr früh begann. In der Pubertät übte er Gitarre spielen, mal mehr, mal weniger intensiv. Erst als sein bester Freund sich ernsthaft dem sechssaitigen Instrument widmete, war auch Jonah Tolchin bereit.

Sein Vater brachte ihm schließlich den Blues näher und als er einmal in einem Musikgeschäft Gitarre spielte, war zufällig die Blues-Ikone Ronnie Earl zugegen. Dieser lud Tolchin ein, ihn bei einer Bühnenshow zu unterstützen. Eine weitere Initialzündung war für ihn sein erster Besuch des Newport Folk Festivals und er setzte sich zum Ziel, irgendwann selbst bei dieser Veranstaltung aufzutreten. Nach Auflösung seiner High School Band begann er, noch intensiver Songs zu schreiben und trat bei Open Mic Nights auf, die ihm das eine oder andere Konzert bescherten. Im Jahr 2012 erschien schließlich sein Debütalbum „Criminal Man“ und er wurde tatsächlich zum Newport Folk Festival eingeladen.

Für das nun vorliegende „Clover Lane“ konnte Tolchin namhafte Gäste gewinnen: Chris Struggs, Steve Berlin (Los Lobos), John McCauley (Deer Tick), Mickey Raphael (Willie Nelson) und einige andere. Marvin Etzioni (Lone Justice) hat wie schon beim Erstling als Produzent fungiert. Die elf Songs wurden in Nashville aufgenommen und zeigen einen beinahe ausgereiften Singer/Songwriter, der geschickt die Stile Folk, Blues, Country und Roots-Rock zusammenbringt. Seine Stimme klingt nicht nach einem Typ in seinen frühen Zwanzigern, vielmehr strahlt sie Erfahrung aus, klingt angeraut und versteht es, die entsprechenden Emotionen zu transportieren.

Jonah Tolchin tariert nicht nur die Stile geschickt aus, sondern wechselt wiederholt Tempi und Stimmungen, wobei ein gut abgehangenes Americana-Album herausgekommen ist. Die ganz großen Namen sollten zum Vergleich noch nicht bemüht werden, aber einem Justin Townes Earle, mit dem er bereits die Bühne teilte, kann er das Wasser reichen. Immerhin gemahnen manche Songs wie z.B. „Diamond Mine“ oder „Low Life“ an so exzellente Singer/Songwriter wie Jason Isbell oder Patterson Hood. Mit Jonah Tolchin wird in Zukunft zu rechnen sein, denn sein zweites Album weist bereits einen hohen Standard auf!

Anspieltipps:

  • Diamond Mine
  • Low Life
  • Hybrid Automobile
  • Motel #9

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