White Fence - For The Recently Found Innocent - Cover
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White Fence For The Recently Found Innocent


  • Label: Drag City/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wolkiger, traumverlorener Psych-Pop und rumpelnder Lo-Fi-Rock, mit Unterstützung von Ty Segall.

Tim Presley aka White Fence hat bisher in seinem Lo-Fi Schlafzimmerstudio seine Alben eingespielt. Für das aktuelle „For The Recently Found Innocent“ begab er sich in Ty Segalls L.A. Studio, um mit ihm als Produzent 14 neue Songs aufzunehmen. Segall und Presley sind Freunde, gemeinsam haben sie schon den Longplayer „Hair“ veröffentlicht. Überhaupt geizt White Fence nicht mit Publikationen, obwohl er erst 2010 angefangen hat. Zudem ist er Mitglied bei Darker My Love und den Strange Boys. Nach Unterbeschäftigung klingt das nicht, eher schon nach Hyperaktivität, wobei seine Lo-Fi-Psych-Pop/Rock-Songs meistens ziemlich relaxt klingen.

„For The Recently Found Innocent“ ist nun sein erstes Werk unter dem Namen White Fence für das Label Drag City. Der zuweilen etwas rohe Charakter von Presleys Stücken blieb dennoch erhalten, Produzent Ty Segall ist schließlich selbst im Lo-Fi-Garagen-Rock zu Hause. Im Vergleich zum bisherigen White Fence-Output sind freilich Unterschiede auszumachen. Alleine die Tatsache, dass White Fence mit Produzent an die Aufnahmen herangetreten ist, hat naturgemäß Veränderungen zur Folge. Der Lo-Fi-Charakter des Songwritings ist geblieben, das Klangbild wirkt dagegen luftiger und transparenter und - nun ja, auch professioneller.

Dennoch rumpelt und humpelt der eine oder andere Song in Richtung Sonny & The Sunsets und Television Personalities, „Like That“ beispielsweise hat jenen Charme. Andere dagegen wie „Sandra (When The Earth Dies)“ oder „Actor“ sind deutlich im Geiste von Syd Barretts Solo-Alben oder den frühen Pink Floyd (mit eben jenem Barrett) zu verorten. Auch der Westcoast-Folk-Rock à la Jefferson Airplane oder Ruth‘s Refrigerator (kennt die noch wer?) dringt hin und wieder durch, „Wolf Gets Red Faced“ spiegelt jene Harmonien und Rhythmen wider.

Dabei versteht es White Fence meistens, das Spielerische in den Vordergrund zu stellen, ohne dabei ins Kindische abzugleiten. Den Songs ist eine Leichtigkeit gemein, die auch bei den Noise rockenden und fuzzenden Titeln erhalten bleibt, der „Arrow Man“ sei hierfür stellvertretend genannt. Nach etwa halber Strecke hat der Zuhörer das Gefühl, dass alle Stränge und Referenzen im selben Fluss münden und so die Originalität des Albums hervorheben. Zudem wird das Hörerlebnis ein schwebendes, oder durch Wasser gleitendes. Wenn dann die Gitarren bei „Afraid Of What It‘s Worth“ in The Byrds-Manier in deinem Kopf janglen, setzt ein leichtes, gar nicht mal so übles Schwindelgefühl ein. Wir finden uns auf einer psychedelischen Wolke, im Klangnebel wieder und versinken traumverloren ins Land des Psych-Pop von White Fence.

Anspieltipps:

  • Like That
  • Wolf Gets Red Faced
  • Actor
  • Afraid Of What It‘s Worth

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