King Creosote - From Scotland With Love - Cover
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King Creosote From Scotland With Love


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

King Creosote setzt auf den Lerneffekt und gibt sich vielseitiger - in jeglicher Hinsicht.

Auf seiner EP vor knapp zwei Jahren hat King Creosote gezeigt, dass es auch ohne Kollaborationen gehen kann. Aber eben auch nur gehen kann. In gerade einmal 21 Minuten hat es der Mann, der jetzt liebevoll aus Schottland grüßen lässt, geschafft derartige Längen einzubauen, dass mehr Neulingsgunst und Fokus auf die Stärken zu positiven Kritiken führten. Und auf „From Scotland With Love“ scheint der König vorerst nicht allzu viel gelernt zu haben. „Somthing To Believe In“ ist eine dieser Seemanns-Bilderbuch-Balladen mit schottischem Hintergrund, die ganz langsam den ebenfalls geruhsamen Stampfer „Cargill“ einleitet. Das klingt zwar recht ansprechend und steht schon über dem Niveau der Schwachpunkte von „To Deal With“, kann aber auf Dauer nicht unterhalten.

Glücklicherweise tauchen diese Bedenken nur für Kenner auf. Wer sich frisch auf Creosote einlässt, der bekommt nach einem wohl temperierten Balladen-Auftakt den beschwingten Folk-Pop des Schotten frei Haus geliefert. Der Gypsie-Folk in „Largs“ ist ebenso unerwartet und gleichzeitig willkommen, wie das rhythmische und mit Kinderchören angereicherte „Bluebell, Cockleshell, 123“. Besonders letzterer Track besticht als Interlude mit seiner Kürze, weiß um seine Einfachheit und verschwindet, bevor Kritik an Oberflächlichkeit aufkommen kann. Dazu sind die eher auf Pop getrimmten Stücke diesmal qualitativ noch dichter beieinander, sodass ein „One Floor Down“ sich mit dem optimistischen „For One Night Only“ und der jauchzenden Schlusshymne „Pauper's Dough“ erfolgreich abwechselt.

Abgesehen davon, dass die erste Hälfte des Albums die ruhigen Momente besser auf das Album hätte aufteilen können, gelingt es dem zweiten Teil dafür umso besser, das Album versöhnlich und kurzweilig zu beenden. Und wer an die langatmig anmutende EP zurückdenkt weiß, dass es sich dabei um ein Lob handelt. Perfekt ist noch nicht alles, wie der etwas stockende Beginn und das überflüssig erscheinende Instrumentalstück „Crystal 8s“ merklich zeigen, doch die Formkurve zeigt sehr deutlich nach oben. „From Scotland With Love“ hat alles, um sich in die Herzen vieler Folk-Fans zu mogeln. Wobei King Creosote es mit diesem Album gar nicht mehr nötig haben sollte zu mogeln.

Anspieltipps:

  • One Floor Down
  • Pauper's Dough
  • Cargill

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