Queen - Live At The Rainbow ´74 - Cover
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Queen Live At The Rainbow ´74


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 300 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

40 Jahren nach dem Auftritt im Londoner Rainbow-Club ist es an der Zeit, diesen Live-Schatz zu heben.

Während die Musikwelt gespannt auf die Veröffentlichung eines „neuen” Queen-Albums wartet, auf dem u.a. die geheimen Sessions von Freddie Mercury und Michael Jackson aus den 80er Jahren zu hören sein werden und Brian May (Gitarre) und Roger Taylor (Drums) zusammen mit Adam Lambert (Gesang) auf großer Welttournee unterwegs sind, bringt das Label der Band ein kleines Schmuckkästchen auf den Markt, das allen Hardcore-Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Was bisher nur Auszugsweise auf irgendwelchen in den 90er Jahren veröffentlichten VHS-Tapes vorlag, erstrahlt nun in seiner ganzen Pracht: Die Queen-Konzerte im Londoner Rainbow aus dem März und November des Jahres 1974!

Als Queen den 3.000 Besucher fassenden Rainbow-Club im Jahr 1974 das erste Mal buchten, hielten dies viele Beobachter für überambitioniert. Die Band hatte gerade ihre ersten beiden Longplayer auf dem Markt, die gut, aber nicht sensationell performten und zu Auftritten in kleinen Clubs, Kellern und Schul-Aulas reichten. Trotzdem war das Rainbow umgehend ausverkauft, denn Queen hatten mit „Seven seas of rhye“ ihren ersten Singlehit im Radio und Fernsehen. Zudem war die Band im Jahr davor als Vorgruppe von Mott The Hoople aufgefallen, als sie Abend für Abend den Hauptact an die Wand spielten. Die Zeichen standen auf Durchbruch. Da kann man schon mal mutig sein und eine der wichtigsten Konzerthallen des Landes anmieten.

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Queen ließen ihre Auftritte im Rainbow von ihrem Produzenten Roy Thomas Baker mit dem Plan, sie als Live-Album herauszubringen, mitschneiden. Doch stattdessen brachte die Band noch im selben Jahr ihr drittes Studioalbum „Sheer Heart Attack“ (11/1974) auf den Markt, das ihren endgültigen Durchbruch besiegeln sollte. Mit Songs wie „Killer Queen“, „Now I’m here“ und „Stone cold crazy“ befanden sich Stücke auf dem Album, die aus zukünftigen Live-Sets nicht mehr wegzudenken waren. Der Schatz an „Live At The Rainbow ‘74“ sind aber die vielen Songs der ersten beiden Alben, die später, bis auf wenige Ausnahmen, aus dem Live-Programm flogen.

Diese erstrahlen nun in digital remasterter Form in einem erstaunlich frischen Klang in den für Box-Sets gewohnt zig verschiedenen Konfigurationen, von denen das limitierte 4-LP-Set und das Super-Deluxe-Box-Set mit zwei CDs, einer DVD einer Blu-ray sowie einem Hardcover-Buch die Königsveröffentlichungen sind. Denn nur hier wird das gesamte vorhandene Material in Gänze ausgebreitet, darunter echte Live-Raritäten wie die Hardrock-Kracher „Son and daughter“, „Stone cold crazy“ und „Ogre battle“ oder Dauerbrenner wie „Keep yourself alive“, „Killer queen“ und „Seven seas of rhye“. Dazu kommen, wie in den 70er Jahren noch üblich, ausufernde Schlagzeug- und Gitarrensoli und natürlich ein Freddie Mercury, der als Rampensau und Gesangsgott wie immer alles fest im Griff hat.

Nicht nur als Ergänzung zum grandiosen „Live Killers“-Album aus dem Jahr 1979, das allerdings eine gesamte Tournee zusammenfasste, sondern als Dokumentation zweier einzelner Konzerte in einem ganz frühen Stadium einer Rockband, die schon damals vor Perfektion strotze, ist „Live At The Rainbow ‘74“ für alle Queen-Fans ein absoluter Pflichtkauf. Diese unbändige Kreativität und Live-Energie ist und bleibt einzigartig. Das haben inzwischen auch Kritiker eingesehen, die mit der musikalischen Wandlungsfähigkeit dieser Band bisher schlicht überfordert waren. Heute dürfen sie es zugeben und endlich mal ein verdientes Lob aussprechen.

Anspieltipps:

  • Now I’m here
  • Stone cold crazy
  • Son and daughter
  • Seven seas of rhye
  • Keep yourself alive
  • In the lap of the gods
  • White queen (as it began)
  • Modern times rock’n’roll
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