Jethro Tull - Thick As A Brick: Live In Iceland - Cover
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Jethro Tull Thick As A Brick: Live In Iceland


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 144 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Beide „Thick As A Brick“-Alben aus den Jahren 1972 und 2012 vereint auf einer Doppel-Live-CD.

So wie Mike Oldfield (61) gerne und oft nur auf sein frühes Meisterwerk „Tubular Bells“ aus dem Jahr 1973 reduziert wird, hat auch Ian Anderson (67) die Bürde zu tragen, dass Jethro Tulls „Thick As A Brick“ (erschienen im Jahr 1972) als das Referenzwerk seiner Band gilt, hinter dem das restliche, nicht gerade kleine Schaffen ziemlich verblasst. Gefallen kann das einem Künstler sicher nicht. Und so hat Ian Anderson irgendwann klein beigegeben und zu seinem Meisterwerk, genau wie Mike Oldfield mit seinen „Tubular Bells“, eine Fortsetzung aus dem Hut gezaubert, als ob das Publikum wirklich Jahrzehnte später auf einen Teil zwei (bzw. auch drei, wie bei „Tubular Bells“) warten würde.

Mehr als den harten Fan-Kern haben weder Mike Oldfield noch Ian Anderson mit ihren akzeptablen, aber nicht wirklich notwendigen Fortsetzungen erreicht. Doch sie sicherten die Wahrnehmung beim Publikum und sorgten dafür, dass zum Beispiel Jethro Tull auch heute noch unterwegs sind und beide Teile von „Thick As A Brick“ live aufführen. So geschehen auf einer der frühen Stationen der 2012/2013er „TAAB 1+2“-Tournee, die an zwei Tagen im isländischen Reykjavik gastierte.

Eingerahmt in eine Performance aus Musik, Schauspiel und Videokunst, zelebrierten Ian Anderson (Flöte, Gesang, Gitarre), John O’Hara (Keyboards, Akkordeon), David Goodier (Bass), Florian Opahle (Gitarre), Scott Hammond (Drums, Percussion) und Ryan O’Donnell (Gesang, Tanz, Pantomime) die fiktive Geschichte von Gerald Bostock in typischer 70er-Jahre-Art-Rock-Manier, die sie routiniert auf die Bretter brachten und dabei auch die Konzertbesucher mit einbezogen.

Auf diese Weise findet nicht nur die großartige Art-Rock-Oper aus dem Jahr 1972 ihre Fortsetzung, sondern es erfolgt auch die Zusammenführung mit Teil zwei. Daraus ergibt sich ein knapp zweistündiges Programm, das vor allem den alten Hasen unter den Fans gefallen dürfte, die tatsachlich auf eine Fortführung von „Thick As A Brick“ spekuliert und ein Faible für das von Flötenklängen geprägte, progressive Spiel haben.

Anspieltipps:

  • Thick as a brick
  • Old school song
  • A change of horses
  • From a pebble thrown
  • Banker bets, banker wins
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