The Raveonettes - Pe´ahi - Cover
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The Raveonettes Pe´ahi


  • Label: Beat Dies/ALIVE
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

The Raveonettes dümpeln, auf recht hohem Niveau zwar, aber sie dümpeln und kommen nicht mehr an ihre starken Alben heran.

Die Welt, sie dreht sich jeden Hashtag- und App-Innovations-Tag weiter, doch die Raveonettes verharren in ihrer eigenen musikalischen Zeitblase. Das ist noch kein Grund zur Kritik, im Gegenteil. Den Status, nicht den Kontostand, den sich etwa ein Skrillex mit seinen Up-to-date-Sounds erarbeitet hat, möchte nicht jeder haben.

Die Veteranen der Garage-Rock-Explosion der frühen Nullerjahre kommen also auch auf ihrem siebten Alben zu niemandes Überraschung mit der gleichen Rezeptur daher: Zuckersüßer Melodie-Pop, gegossen in ein grobschlächtiges Störgeräuschfeuer aus Gitarrenverstärkern und Effektgeräten.

Doch wie schon „Observator“ vor zwei Jahren, geht dem siebenten Raveonettes-Album ein gewisser Esprit ab. Gerade die Gegenüberstellung des Wall-of-Sound-Gedröhnes und dem danach andächtig eingeworfenen Zuckerpop, wie programmatisch in der Singleauskopplung „Sisters“ mit seinem derben Gewaber und anschließendem Gedudel an der Harfe, kommt an seine Effektgrenzen. Ja, schon klar, denkt man beim siebenten Streich. Und wo ist die Substanz?

Gewiss, die ist den beiden Dänen Sune Rose Wagner und Sharin Foo in ihrer Wahlheimat Los Angeles nicht abhanden gekommen, sie versteckt sich aber mittlerweile in den Nischen ihres eigenen Sounds. The Raveonettes sind auch auf „Pe'ahi“, einem legendären Bade- und Surfspot auf Maui, an dem Wagner mal beinahe ertrunken wäre, immer dann am stärksten, wenn sie eine ganz normale Indie-Rock-Band im Garage-Sound-Gewand sein wollen. Ohne ihre Trademark Achtung-wir-mischen-Krach-mit-Zucker-Pop, sondern mit gutem alten Rock 'n' Roll und simplem Strophe-Refrain-Strophe-Muster überzeugen „Killer In The Streets“, „Kill!“ und vielleicht noch „Summer Ends“ am meisten.

Drei starke Songs auf einem Raveonettes-Album und der Rest eher so lala, das war früher genau anders herum. Vielleicht sollten die beiden Retro-Dänen sich doch ein wenig mitdrehen lassen von unserer Welt, der digitalen.

Anspieltipps:

  • Kill!
  • Killer In The Streets
  • Summer Ends

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