J Mascis - Tied To A Star - Cover
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J Mascis Tied To A Star


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein grauhaariges Knuddelmonster, bzw. wie Neil Young, nur in nett und zum Liebhaben.

„Me again” heißt der erste Song auf dem neuen Longplayer von J Mascis wunderbar zur Situation passend. Ja, er nun wieder! Joseph Donald Mascis Jr. (48), der Gründer von Dinosaur Jr., haut nur wenige Monate nach der zweiten Platte seines Projekts Sweet Apple („The Golden Age Of Glitter“, 04/2014) mit „Tied To A Star“ seine neues Soloalbum raus, das dem geschätzten „Several Shades Of Why“-Werk (03/2011) folgt. Mit diesem Album debütierte die Indie-Ikone damals auf dem Sub-Pop-Label, das als Partner wie kein zweites Label zu dem kauzigen Gitarristen und Songschreiber passt.

„Tied To A Star“ wurde von J Mascis in Eigenregie produziert und von John Agnello (u.a. Sonic Youth, Sweet Apple, Five For Fighting, The Kills) abgemischt. Diese Traumkombination bürgt normalerweise für den perfekten Indie-Rock-Sound, der die Alben von Herrn Mascis und seiner diversen Projekte wie The Fog oder auch Heavy Blanket in der Vergangenheit ausmachte. Doch der Auftakt von „Tied To A Star“ ist alles andere als rumpelnder Indie-Rock, sondern akustischer Indie-Pop in Lemonheads-Manier. Nicht, dass solche Klänge für Mascis-Alben gänzlich neu wären, aber wer nach Sweet Apple wieder breitbeinigen Altherren-Rock erwartet hat, ist falsch gewickelt.

Um es kurz zu machen: Dem akustischen Auftakt folgend, sind auch die übrigen Stücke des Albums weitgehend im Unplugged-Stil gehalten (aber nicht stromfrei!) und damit der Stilistik von „Several Shades Of Why“ sehr nah. J Mascis hat Druck und Tempo aus seinen Songs herausgenommen und dafür luftige Akkordfolgen geschaffen, die Tracks wie „And then“ oder auch „Trailing off“ zu echten Kleinoden machen. Dazu kommt dieses herrlich Windschiefe in J Mascis Gesang, was auch andere Sänger auszeichnet, doch J Mascis erscheint dabei eher wie ein grauhaariges Knuddelmonster, bzw. wie Neil Young, nur in nett und zum Liebhaben.

Insgesamt ist „Tied To A Star“ ein gutes Album in bester Indie-Diktion, dem aber ein wenig die Höhepunkte fehlen. J Mascis verbreitet seinen gewohnten Charme als nicht linienkonformer Songwriter, dem in seinem Ausdruck hier und da vielleicht ein wenig die aufrüttelnde Gitarren-Feedbacks fehlen. Doch auch so ist „Tied To A Star“ besser als weichgespülte Musik ohne Ecken und Kanten, die einem tagtäglich die Ohren verstopft.

Anspieltipps:

  • And then
  • Trailing off
  • Hear the star
  • Every morning
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