Deep Purple - Graz 1975 - Cover
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Deep Purple Graz 1975


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Deep Purple zeigen sich auch 1975 live auf ihre Arbeit konzentriert und lassen Taten für sich sprechen.

Gott hab' euch selig, vielen Dank und der Titel des nächsten Songs - das sind die verbalen Zutaten der Deep Purple Live-Show 1975 in Graz. Einige Riffs, die neben popkulturellen Anspielungen auch die deutsche Nationalhymne anklingen lassen, sind noch das Hochgefühl an außerplanmäßigem Programm. Deep Purple wollen die Menschen mit ihrer Musik begeistern. Ganz so ernst wie bei Mogwai heutzutage geht es zwar nicht zu, aber das Spektakel findet eben nur während des Musizierens statt. Vielleicht wird es weniger betagte Hörer erstaunen, dass Deep Purple Michael Jackson mit wahllos erscheinendem Kreischen zuvorgekommen sind. Ansonsten heißt es, sich von der Musik in andere Sphären schicken zu lassen. Und das ist bei Deep Purple glücklicherweise das kleinste Problem.

Wenn nun ein Schaulaufen zum Auftakt des Albums beschrieben wird, dann mag das nur natürlich klingen. Wir sprechen schließlich von Deep Purple. Von „Burn“ bis „Lady Double Dealer“ wird ein ganzes Arsenal an Hooklines und tollen Riffs in einer richtig guten Mischung präsentiert. Auch wer sonst gerne über progressive Klänge witzelt, dass sie nicht zum Punkt kommen, wird an der ersten Hälfte seine helle Freude haben. Für Deep Purple-Verhältnisse sind die Songs nicht zwingend das beste Material, aber dass die Lieder so gut durchgemischt werden, macht das gleich wieder wett. Allerdings haben selbst Deep Purple echte Schwächen, wenn das zu sehr gequälte „Mistreated“ keinen festen Boden unter den Füßen bekommt. Das jedoch wird zumindest clever mit dem anschließenden Gassenhauer „Smoke On The Water“ vergessen gemacht.

Für den Abschluss heißt es dann nochmals Ausdauer beweisen. Wo der Auftakt dieses Auftritts bewies, dass auch Deep Purple zum Punkt kommen können, lassen sich „You Fool No One“ und „Space Truckin'“ durchaus Zeit. Eine halbe Stunde später ist man sich nicht mehr sicher, wie die Lieder eigentlich klingen sollten, auch wenn ein viel besseres Gefühl als bei „Mistreated“ übrig bleibt. Zwar klingt alles immer noch sehr virtuos und leidenschaftlich gespielt, doch so ein wenig geht den Liedern schon etwas ab. Das ist jedoch Jammern auf ganz hohem Niveau und wer 1975 das Glück hatte, Deep Purple in Graz sehen zu können, der wird sich sicherlich mit Recht an ein großartiges Ereignis erinnern. Für Deep-Purple-Verhältnisse ist es aber eben nur ein solide gelungener Arbeitstag.

Anspieltipps:

  • Stormbringer
  • Lady Double Dealer
  • Smoke On The Water

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