Ahzumjot - Nix Mehr Egal - Cover
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Ahzumjot Nix Mehr Egal


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Sich inspirieren lassen, die Welt mit anderen Augen sehen.

Ahzumjot ist kein typischer Rapper. Sein Stil ist textlich und musikalisch zwar diesem Genre zuzuordnen, es blitzen jedoch die verschiedensten Einflüsse hindurch. Das ist kein Wunder, denn seine ersten Raps schrieb der Hamburger nach Inspiration durch Eminem, während zu Hause Bob Marley, Michael Jackson und The Police gespielt wurden. Seine Bühnenerfahrung begann so richtig im Vorprogramm von Casper, ging weiter mit Cro und Rockstah, bevor die Reise sozusagen in Nikolai Potthoffs Wohnzimmer endete, der mit seiner Erfahrung aus den Tomte-Zeiten das breite Einfluss-Spektrum vollendete.

Die wichtigen Leute, die Sonnenseiten des Lebens, so viel steht fest, kennt Ahzumjot. Doch er kennt eben auch die Schattenseiten, die schwierigen Phasen. Tatsächlich ist dem heute 25-Jährigen nichts von der Anerkennung, die er mittlerweile genießt, in die Wiege gelegt worden. Stattdessen verhalfen eine Menge Talent und vor allem eine gehörige Portion Selbstvertrauen zum Erfolg. Anstatt Zweifel und Rückschläge zuzulassen, glaubte Ahzumjot immer an sich und produzierte seine erste Platte kurzerhand selbst. Mit der zweiten, „Nix mehr egal“, musste er kaum noch um eine Plattenfirma kämpfen.

Dabei hätte aus dem Menschen „Ahzumjot“, der eigentlich Alan Julian Asare heißt, sicherlich auch etwas anderes als ein Kämpfer werden können. Ein Kind von Einwanderereltern, die mit Deutschland Träume und Hoffnungen verbanden, ein Vater der trank, die frühe Suche nach dem Sinn des Lebens. Ahzumjot ist so gesehen das beste Beispiel dafür, dass man in der Hand hat, was man aus seinem Leben macht. Der Vater hörte auf zu trinken, der Sohn machte der Mutter zu Liebe das Abitur.

All diese Ereignisse - von den ersten Musikeinflüssen - bis hin zur Alkoholsucht des Vaters und Unbeirrbarkeit eines jungen Menschen, verarbeitet Ahzumjot in seinen Texten, weshalb diese auch extrem persönlich sind. Die Bandbreite der Themen abhandeln zu wollen, wäre sinnlos. Der Rapper macht sich viele Gedanken und man muss einfach zuhören wollen. Doch auch beim Texten selbst kamen sein Wille und sein Anspruch an sich selbst hervor: Er wollte verstanden werden, arbeitete mit vielen Menschen und über einen langen Zeitraum an den Zeilen, bis seine Message so rüber kam, wie intendiert.

Die Einflüsse von The Streets und Portishead verhalfen, den Texten eine musikalische Richtung zu geben, aber eigentlich wollte der Hamburger Rapper sein eigenes Ding durchziehen und schmiss alles raus, was zu sehr nach jemand anderem klang. So gesehen ist „Nix mehr egal“ eine Biographie, die nach viel Bekanntem und doch etwas ganz Neuem klingt. Auf der Suche nach dem Sinn hat Ahzumjot Hörern auf der Suche nach tiefgründigem Rap eine gute Ausgangslage erschaffen.

Anspieltipps:

  • Für immer
  • Besser jetzt als später
  • Geschichte
  • Zu Gast

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