Brontide - Artery - Cover
Große Ansicht

Brontide Artery


  • Label: Holy Roar/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Brontide versuchen sich an instrumentalem Art-Rock, der die große Kunst vollbringt, im Ohr zu bleiben.

„Ganz oder gar nicht“ muss die Devise dieses Albums gewesen sein. Brontide haben sich mit instrumentalem Rock, der sich zwischen Post, Prog und Art am wohlsten fühlt, nicht unbedingt ein leichtes Sprungbrett zur Karriere ausgesucht. Mit bestimmten Riffs in „Tonitro“ wird gleich zu Beginn die Schwere dieser Musik deutlich, die sich in „Bare My Bones“ nur noch steigert. Wo „Tonitro“ mit voran preschendem Geist der schwungvolle, wenn auch nachdenkliche Rock-Opener ist, gibt sich „Bare My Bones“, als hätte man einen klassischen Komponist wiederbelebt und unter Einsatz seines Lebens zum musikalischen Duell auf E-Gitarren herausgefordert. Apropos fordern: Obwohl dies alles so vertrackt klingt, werden sich Füße nur schwer still halten können, wenn Brontide loslegen.

Ob verrückt progressiv in „Knives“ oder fast schon am Pop orientiert in „Cabin“ geben Brontide sich auf „Artery“ nie die Blöße, vom Gas zu gehen. In jedem Riff hört man die bestimmte Natur dieser Musik. Zu lang fühlen die Lieder sich trotz oft mehr als fünf Minuten Spieldauer selten an und stattdessen bemerken bewanderte Hörer viele Elemente von anderen Künstlern, die zwar nicht zu einem neuen Ganzen vereint, dafür stets bewusst und gekonnt umgesetzt werden. Träumereien in „Still Life“ und dem geradezu traditionell zu erkennenden Schlusspunkt „Red Gold“ wechseln sich mit stürmischen Atmo-Rockern der Marke „Caramel“ gekonnt ab und zaubern in kürzester Zeit ein Lächeln auf inbrünstig genießende Gesichter.

Brontide schaffen es auf „Artery“ laut zu sein, wenn sie laut sein wollen. Sie kommen kunstvoll daher, ohne je verkopft die Massen abzuschrecken. Man möchte nicht zu viel versprechen, doch der Sound der Band verleitet durchaus dazu Attribute wie episch in den Mund zu nehmen. Das neue Album ist eine Reise durch die vielen Schichten der Rockmusik geworden und schafft den Spagat, nahezu alle Hörerschichten problemlos mitzunehmen. Selbst bekennende Gesangsfetischisten werden sich dermaßen natürlich von Melodie zu Melodie hangeln können, dass diese 44 Minuten ohne ein gesprochenes Wort sprichwörtlich mehr aussagen können als tausende dieser.

Anspieltipps:

  • Caramel
  • Red Gold
  • Bare My Bones

Neue Kritiken im Genre „Art-Rock“
Diskutiere über „Brontide“
comments powered by Disqus