Arkells - High Noon - Cover
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Arkells High Noon


  • Label: The Organisation
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Arkells ist der Name, der dieses Jahr in jedem Festival-Kalender fett angestrichen gehört.

Ihr Zweitwerk „Michigan Left“ war ein banger Schritt für Arkells. Nach ihrem Debüt, welches sich ein alternatives Kunststück nennen darf, hat sich der kanadische Fünfer mehr am Pop orientiert. Mit all den Möglichkeiten größerer und feinerer Produktion konnte die Band alles sauberer und klarer klingen lassen. Leider offenbarte das schwierige zweite Album inhaltlich und strukturell so einige Schwächen. Die persönlicheren Liebesgeschichten tönten großteils zu glatt aus den Boxen und nur selten gab das Album wie im Titeltrack Gründe, den neuen Stil weiter zu verfolgen.

Anstatt den Schwanz einzuziehen, haben sich Arkells auf „High Noon“ jedoch einfach wieder wie auf ihrem Debüt zur Vielfalt besonnen. Piano-Pop/Rock von Elton John wird hier modern und ebenso auf Gassenhauer getrimmt. Besonders Sänger May Kerman reduziert sich nicht unnötig auf weiche Töne, sondern nutzt die gesamte Bandbreite, um wie in „Hey Kids“ Pop und Rock zu schreien, zu säuseln und zu leben. Im zu Beginn noch stotternd wirkenden „Fake Money“ kann der Sänger sogar ein wenig Folk-Geist beschwören, der die Pop affinen Fans eines Frank Turner locken können sollte.

Wo die Kings Of Leon auf „Mechanical Bull“ mit ihren weicheren Nummern vergessen haben, ein gewisses Unterhaltungsniveau zu halten, lassen Arkells nach diesem Fehler bei ihrem letzten Album auf „High Noon“ nun nie die Zügel schleifen. Die geradlinigen Nummern „Leather Jacket“, „Dirty Blonde“ und das romantische „11:11“ verkommen dank der starken Melodien und noch besseren Dynamiken nicht zu bloßen Lückenfüllern. Genau diese Tracks dürfen das Tempo und die Stimmung festigen, wenn die Stars dieses Albums „Never Thought That This Would Happen“, „Come To Light“, „Hey Kids“ und das erstaunlich simple, aber nicht aus dem Ohr zu kriegende „Cynical Bastards“ den Hörer nicht überfordern wollen.

Natürlich muss „High Noon“ sich wie schon das Debüt „Jackson Square“ anhören, dass es sich hierbei um kein Meisterwerk handelt. Aber erstens darf man als Fan jüngerer Rock-Machwerke „Jackson Square“ wie ein „You Smash It We´ll Build Around It“ als Geheimtipp einer Generation anpreisen und zweitens hat „High Noon“ sich durch die unaufhörliche Unterhaltung und die reife Produktion einen Platz unter den Großen verdient. Es kann kein Zufall sein, dass Album Nummer drei endlich auch in Deutschland pünktlich und nicht erst Monate später veröffentlicht wird. Und wenn sich hoffentlich abertausende von deutschen Festival-Freunden diese Audiofreude auch live geben können, dürfen die Kanadier mit einem starken Album im Gepäck zu völligem Recht ein Land im Sturm erobern.

Anspieltipps:

  • Come To Light
  • Never Thought That This Would Happen
  • Hey Kids
  • Cynical Bastards

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