FaltyDL - In The Wild - Cover
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FaltyDL In The Wild


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Faltys beatgetriebene Traumstunde.

Drew Lustman, der sich hinter dem Künstlernamen FaltyDL verbirgt, ist musikalisch schon viel herumgekommen. Electro und Post-Electronica sind so zwei nichtssagende Stichworte, die einem im Zusammenhang mit seiner Musik an den Kopf geworfen werden. Wer bei Bleep-Größen Planet.mu und NinjaTune unter Vertrag stand, muss sich aber wohl in der Hinsicht einiges gefallen lassen, gerade Planet.mu's Künstler verweigern sich gerne der Genreschubladen.

So ist auch „In The Wild“, Lustmans viertes Album seit 2008, wieder eine Mischung aus allerlei Einflüssen, die dem Titel entgegen allerdings gar nicht wild ausfällt. Nein, es passt alles zusammen und wirkt eher wie ein kalkuliertes als ungestümes Konzept. Warme Ambient-Sphären ziehen sich durch den kompletten Longplayer und formen so den melodischen Rahmen der einzelnen Tracks. Dieser sorgt zwar für Ordnung in der Tracklist, lässt Lustman aber immer genug Raum für allerlei Bleep-Sounds und Experimentierfreude.

Zwischen kurzen, reinen Ambient-Tracks wie der „Antilles“-Serie finden sich so Spuren von Footwork („Frontin“), das sein Ex-Label Planet.mu außerhalb der USA popularisierte, Techno („Dos Gardenias“), House, obligatorischem IDM, Jazz, HipHop („Ahead The Ship Sleeps“), Chillwave („Untitled 12“) und entspanntem Breakbeat („Heart & Soul“). Langweilig wird es entsprechend nie, anstrengend dank eigentlich simpler Melodien, die im Einzelnen oft von Lustmans Beat-Gefrickel getragen werden, allerdings auch nicht.

In typischer FaltyDL-Manier bleibt dabei wieder jedem offen, ob er zu dem Album tanzen oder entspannen möchte. Denn selbst die BPM-Tempotracks bleiben stets verträumt, bewahren sich diese im Ambient fast schon zu beliebte Polaroid-Attitüde. Insofern ist „In The Wild“ doch wieder ein passender Titel. Wo Platz zum Träumen ist, ist auch immer Platz für ein bisschen Unberechenbarkeit.

Anspieltipps:

  • Heart & Soul
  • Some Jazz Shit
  • New Haven
  • Frontin
  • Dos Gardenias

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