Kimbra - The Golden Echo - Cover
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Kimbra The Golden Echo


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Der zweite Streich der neuseeländischen Sängerin.

Kimbra? Da war mal was! Ist aber auch schon wieder drei Jahre her, nämlich das Duett der neuseeländischen Sängerin Kimbra (24) mit dem australischen Songwriter Gotye (35), der mit „Somebody that I used to know“ einen absoluten Dauerbrenner erschaffen hat, der auch heute noch regelmäßig im Radio gespielt wird. Im Sog des gigantischen Single-Erfolgs (die Verkaufszahlen liegen inzwischen bei unfassbaren 13 Millionen Einheiten) ging sein Album „Making Mirrors“ (08/2011) mehr als zwei Millionen Mal über die Ladentheken, während Kimbras nachgeschobenes Solodebüt „Vows“ (07/2012) nur noch wenig vom Gotye-Hype abbekam und weltweit kaum für Furore sorgte. Immerhin holte es in Australien und Neuseeland Platin.

Nachdem Gotye bis heute kein neues Songmaterial präsentieren kann, legt Kimbra mit „The Golden Echo“ mittlerweile ihren zweiten Longplayer vor. Dieser wurde von Rich Costey (Bloc Party, Interpol, Foster The People, Muse, Franz Ferdinand) produziert und weist eine Vielzahl kleiner und großer Helferlein wie Daniel Johns (Silverchair) als Co-Songwriter, Van Dyke Parks als Arrangeur sowie John Legend, Flying Lotus, Matt Bellamy (Muse), Dave Longstreth (Dirty Projectors) und Omar Rodriguez-Lopez (The Mars Volta) als Gaststars auf. Das Ergebnis wird als „Ultimativ modernes Popalbum“ angepriesen, was die Erwartungen noch weiter in die Höhe treibt.

Tatsächlich wird mit solch vollmundigen Ankündigungen einmal mehr viel zu sehr auf die Sahne gehauen! Schließlich wird auf „The Golden Echo“ nichts auch nur irgendwie neu erfunden. Vielmehr erinnert das, was Kimbra in einem Dutzend Songs darzustellen versucht, an die Album-Trilogie ihrer amerikanischen Kollegin Janelle Monáe. Sprich: Die 24-Jährige paart das, was sie unter futuristischen Klangcollagen versteht, mit R&B-, Funk-, Soul-, Pop-, Electro- und HipHop-Einlagen, die auffallende Retro-Züge mit Einflüssen von Michael Jackson („Madhouse“) und Prince („Everlovin‘ ya“) aufweisen sowie hier und da an den exaltierten Art-Pop einer Tori Amos erinnern („As you are“).

Das alles, verteilt auf exakt eine Stunde Spielzeit, sorgt allerdings nicht für die erhoffte Spannung, sondern für einen Longplayer, der etwas unter seinen hohen Ambitionen leidet und diese am Ende auch nicht erfüllen kann. Denn unterm Strich sind es eher die simplen Songs wie „Caroline“ oder auch „Goldmine“, die für Unterhaltung sorgen und nicht die referenziellen Spielereien, mit denen sich Kimbra ein paar Jugendträume erfüllt hat.

Anspieltipps:

  • Carolina
  • Goldmine
  • Madhouse
  • Teen heat
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