The/Das - Freezer - Cover
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The/Das Freezer


  • Label: Sinnbus/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zeitgemäßer Electro mit einer guten Prise Pop. Ein neues Kraftwerk erwartet man vielleicht vergebens, doch die deutsche Flagge hält diese Qualitätsplatte auf jeden Fall hoch.

The/Das wirken auf Fotos zwar oft, als würden sie den frühen Neunzigern nachtrauern, doch wenn mehr als drei Töne ihrer Musik erklingen, dann befinden sich Hörer ganz schnell wieder in der Gegenwart. „Freezer“ ist ruhig pulsierender Strom aus Musik geworden, der sich eher in Lounges wiederfinden wird. Das heißt aber nicht, dass das Duo eine ruhige Kugel schiebt. Auf der neuen Scheibe erklingen die Details an allen Ecken und Enden und bei aller Entspanntheit ist das Pulsieren und Brodeln dieser Musik nicht zu vernachlässigen. Die Berliner treffen die richtigen Töne, um interessant zu bleiben, und lassen lediglich etwas das Alleinstellungsmerkmal vermissen.

Die Forderung nach diesem ist natürlich eine ziemlich gewaltige. Eine neue Stilrichtung lässt sich nicht so mir nichts, dir nichts aus dem Hut zaubern. Musiker im elektronischen Bereich sind keine Pioniere mehr, sondern müssen sich wie Popstars auch über Hype und Ruhm verkaufen. Wie Künstler zu diesen Boni kommen, hat dabei nicht immer etwas mit Qualität zu tun. Genau deswegen wünscht man The/Das das Glück des Tüchtigen herbei, denn ihre Arbeit ist hörbar. Am Pop orientierte Tracks wie „My Made Up Spook“, wie auch die Stücke für den Dancefloor (z.B. „Parallel Worlds“), gehen schnell ins Blut über und leben von gekonnten Mischungen aus synthetischen und natürlichen Klängen. Dabei scheint es dem Duo besonders das Dschungelleben angetan zu haben.

Wenn es überhaupt eine größere Kritik an „Freezer“ gibt, dann ist es der sich im Gesang spiegelnde Pop-Appeal. Dabei beweist das Duo mit Tracks wie „Receiver“ und „This Place“, dass es gar nicht an James Blake erinnern muss. Hinzu kommt, dass selbst Radiohead mit Tracks wie „Lotus“ schon spannendere Electro-Projekte als ein „My Made Up Spook“ und „(Under) Miami Water“ in die Wege geleitet haben. Es überwiegen jedoch stilgerechte Nummern im Format eines „Somebody Is“, sodass die Blakeschen Gefilde mehr an ein vorsichtiges Abtasten, als an ein klares Bekenntnis erinnern. Gemessen am Inhalt dieses Albums ist das auch gut so.

Anspieltipps:

  • Parallel Worlds
  • Receiver
  • Somebody Is

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