Film - Eclipse - Cover
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Film Eclipse


  • Label: Inner Ear/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Und jetzt versucht mal, dieses Album von Twilight zu distanzieren...

Das Internet, unendliche Weiten: Hier finden sich Unmengen von Möglichkeiten, um der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Was in Anbetracht dieser Optionen eine Band mit dem schlichten Namen Film dazu bringt, ihr Album „Eclipse“ zu nennen und die damit verbundenen Marketing-Probleme nicht vorauszusehen, ist eine durchaus berechtigte Frage. Zwar sollte allen bekannt sein, dass Bella und Co. sich nie im Ping Pong gegen Engel versucht haben, doch die Suche nach Film und ihrer „Eclipse“ wird meist in glitzernden Vampiren, statt Dark-Pop enden. Dass das Album sich viel mehr nach Michelangelo Antonionis heimlichen Klassiker von 1962 L'Eclisse richten könnte, hilft dabei auch nicht weiter.

Vielleicht ist „Eclipse“ auch einfach der in den Augen und Ohren der Band am besten gelungene Titel. Denn ein erkennbares Konzept lässt sich beim an die Weeping Angels aus Doctor Who erinnernden Cover und dem plätschernden Regenschauer nicht wirklich ausmachen. Schaurig sind die Dark-Pop-Klänge jedoch auch trotz des voranstehenden Adjektivs nicht. In den stärksten Momenten erinnert der Stil an Daft Punks Komponisten-Rolle in Tron („Ping Pong With Angels“). Das liegt natürlich auch an den Synthesizern, welche die 80er-Jahre wieder aufleben lassen wollen, sich dann jedoch wie im Titeltrack wieder mit Gameboy-Sounds mischen und völlig neue Bezüge herstellen.

Im besten Fall kann von solide treibender Pop-Kost mit einem sehr klar gewählten Stil gesprochen werden, wenn „The Gun & The Deer“ und „Produkt“ erklingen. Das soll alles sehr spacig klingen, doch neben einigen Erinnerungen an alte Vorbilder kann diese Musik nie eigenständig wirken. Im besten Fall lässt diese Musik einen inneren Sci-Fi-Film ablaufen, der die Musik jedoch weit in den Hintergrund rücken lässt. Zu sehr drückt der Pop (z.B. in „L'Amour Imaginaire“ und „Coral“), als dass sich eine ähnliche Konsequenz wie bei einem „King Of My Castle“ oder den gekonnten Ausflügen Daft Punks ausmachen lässt. Das Cover trifft es in dieser Hinsicht ganz gut, da dieser hübsch gedachte, aber letztlich zu schlicht gemachte Ansatz in purem Mittelmaß versinkt und aus seinem Alleinstellungsmerkmal viel zu schnell eine durchschaubare Routine macht.

Anspieltipps:

  • Star Wars
  • Ping Pong With Angels
  • Timelapse

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