Herbie Hancock - The Warner Bros. Years (1969-1972) - Cover
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Herbie Hancock The Warner Bros. Years (1969-1972)


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 151 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
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Nach der Columbia-Phase, wird nun auch die Warner-Epoche des Jazz-Stars ausgewertet.

Nachdem schon im vergangenen Jahr mit einem großzügigen Box-Set die Zeit Herbie Hancocks beim Columbia-Label (1972-1988) ausgewertet wurde, ist nun seine kurze Phase bei Warner Bros. an der Reihe. Hier stand der Jazz-Star von 1969 bis 1972 unter Vertrag und brachte die Longplayer „Fat Albert Rotunda” (12/1969), „Mwandishi” (12/1970) und „Crossings” (02/1972) auf den Markt.

Herbie Hancock war nach sieben Alben für das ehrwürdige Blue-Note-Label (1962-1969) zu Warner Bros. gewechselt, wo er sein bisheriges Sound-Spektrum um Soul-, Funk- und R&B-Elemente erweiterte und damit dem Fusion-Gedanken Rechnung trug. In dem vorliegenden Mini-Box-Set kann diese Epoche im Schaffen des inzwischen 74-Jährigen nun nochmals kompakt nachvollzogen werden. Zwar erschien bereits vor zehn Jahren ein ähnliches Box-Set, mit dem die Warner-Phase zusammengefasst wurde, aber hin und wieder ein Update mit aufgefrischtem Klang, kann ja nicht schaden. Dazu gibt es ein umfangreiches Booklet mit 32 Seiten, in dem sich ein Auszug aus Bob Glucks Hancock-Biographie „You’ll Know When You Get There: Herbie Hancock And The Mwandishi Band“ befindet.

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Die Musik auf „Fat Albert Rotunda” entstand ursprünglich für ein TV-Special, das auf Zeichentrick-Charakteren aus der Ideenschmiede von Komiker Bill Cosby basierte und später durch die TV-Serie „Fat Albert & The Cosby Kids“ bekannt wurde. Das Werk zeigt die beginnende musikalische Neuausrichtung Hancocks in Richtung Jazz-Funk-Rock-Fusion, die auf dem „Mwandishi”-Album fortgesetzt wurde. „Mwandishi” ist ein Name aus der ostafrikanischen Bantusprache Swahili, den sich Hancock Ende der 60er Jahre gab. Die Mitglieder von Hancocks Band (Leon Chancler, Julian Priester, Bennie Maupin, Eddie Henderson, Billy Hart und Buster Williams) erhielten ebenfalls Swahili-Namen. Es entstand ein Werk, das mit nur drei Songs in 45 Minuten eine dem Afro-Electro-Funk geschuldete Art des Jazz beinhaltete, die der damaligen Space-Jazz-Fusion von Kollege Miles Davis ähnlich war.

Das finale Warner-Bros.-Album „Crossings“, das zehnte Studiowerk von Herbie Hancock, erschien im Februar 1972 und setzte die afro-elektronischen Experimente des Vorgängers fort. Aus dem Herbie-Hancock-Sextett war ein Septett geworden, da mit Dr. Patrick Gleeson ein Synthesizer-Freak hinzugestoßen war. Das Album enthielt erneut lediglich drei Tracks, die mit gleichsam offenen Avantgarde-Strukturen wie die „Mwandishi”-Stücke agierten und den Synthesizer-Einsatz auf die Spitze trieben. Unter Umständen war dies auch der Grund dafür, dass sich Hancocks Warner-Alben nicht so gut verkauften. Sie erzeugten in der Presse und beim Publikum gemischte Reaktionen und bewegten den Jazz-Star zum Umdenken. Im Oktober 1973 veröffentlichte dieser auf Columbia Records das „Head Hunters“-Album, das die Experimentierphase beendete und zu einem der Schlüsselwerke in der Karriere des Amerikaners wurde.

Anspieltipps:

  • Quasar
  • Fat mama
  • Sleeping giant
  • Fat Albert Rotunda
  • Wandering spirit song
  • You’ll know when you get there
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