Moon Relay - Moon Relay - Cover
Große Ansicht

Moon Relay Moon Relay


  • Label: Fysisk Format/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
3.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Und nur der Mann im Mond hört zu.

Es gibt ein sehr passendes Wort im deutschen Sprachgebrauch, welches das Gefühl beim Hören der norwegischen Band Moon Relay trifft: Kauderwelsch. Das ist durchaus beachtlich, da es sich bei den Skandinaviern um Instrumental-Rocker handelt. Doch schon der Gebrauch ihrer Instrumente führt zu genug Verwirrung und nur selten lässt sich hinter den Effekten mehr als der Einsatz dieses Kauderwelschs des Effekts wegen ausmachen. Die unmöglichen Liedtitel, die auch Internet affinen Menschen des letzten Jahrzehnts nicht viel mehr als ein müdes Lächeln entlocken, tun ihr Übriges hinzu, dass Moon Relays gewolltes Mysterium nicht mehr als eine Fassade für viel Leere zu sein scheint.

Was Moon Relay großteils bieten, ist am Rande der Musik anzusiedeln. Schon der Opener lässt eine feste Spur zwar nie aus den Augen, doch Hornissenschwärmen gleiche Töne und viel Wiederholung dämpfen die Faszination an solchen Arrangements schnell. Anstatt gekonnt zu variieren, setzen die Debütanten auf allerhand auftretende Geräusche, die der Grundmelodie einfach nur entgegentreten und nicht für neue Klangerlebnisse sorgen. Dieses Problem zieht sich durch das komplette Album, auch wenn Titel wie „////////L“ zeigen, dass die Band durchaus mehr Feingefühl als im grobschlächtigen Opener beweisen kann.

Dass jedoch sehr minimalistische und auf minimale Steigerung ausgelegte, kurze Tracks wie das darauf folgende „////_“ zu den Stärken des Albums gehören, sagt auch viel über die größer angelegten Songs aus. Warum die Gitarren oftmals wie abgenutzte Waschbretter klingen müssen und die Basslinie hingegen wunderbar weich ihren Weg in die Gehörgänge findet, ist gerade jenseits der drei Minuten fraglich. Selbst wenn diese musikalischen Kanten nicht einfach nur wahllos erscheinen, führt der Stil wie in „::..-_-_//#1“ letztlich nirgends hin und hinterlässt die Hörer mit einem Gefühl von Leere. Und so fühlen sich Hörer am Ende dieser Scheibe weder gefordert, noch unterhalten und verlieren sich in einem Sound, der zu selten irgendwelche Gefühle wecken kann.

Anspieltipps:

  • ////////L
  • ////_

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
Diskutiere über „Moon Relay“
comments powered by Disqus