The Scintilla Project - The Hybrid - Cover
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The Scintilla Project The Hybrid


  • Label: UDR/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal gibt es gute Gründe dafür, dass gewisse Dinge aussterben.

Ach du Schande. Packt die Machete ein, wir müssen uns tief in eine Nische vorarbeiten. Das Scintilla Project kündigt sich mit 90er-Trance-Effekt an, um uns eiskalt mit unberührtem Rock der Achtziger zu bearbeiten. Vielleicht sind die Musiker gerade eben erst aus einer Zeitkapsel gefallen und haben für das Intro noch schnell die Love Parade zu Berliner Zeiten rezipiert. - Das passiert also, wenn Saxon-“Legende“ Biff Byford sich von der Arbeit für einen Sci-Fi-Thriller zu einem Konzeptalbum inspirieren lässt. Abgesehen davon, dass die Synthesizer ein wenig polierter als noch zu Zeiten von Kiss und Co. klingen, wird aber sonst an ja nichts gerüttelt, was die alten Größen ausgemacht hat. Nur, dass die Melodien nicht annähernd so stark sind und auf keinerlei Nostalgie-Bonus hoffen dürfen.

Anstatt kräftig das erste Gitarrensolo in „Beware The Children“ zu feiern, möchte man den Beteiligten die Schulter tätscheln und ihnen sagen, dass ihre Liebe für diesen bespielten Anachronismus wirklich beeindruckend ist. Leider kombiniert „The Hybrid“ aber genau jene Stereotype, über welche heutige Hörer sich auch gerne mal lustig machen. Überlänge soweit das Album reicht, kein Lied darf ohne Soli auskommen und wenn Pathos trieft, sind wir wahrscheinlich gerade beim Refrain. Und nein, es ist nicht unfair, die Band auf ein solch simples Konzept zu reduzieren, da sie zu keinem Zeitpunkt mehr bietet.

„The Hybrid“ verläuft auf festen Bahnen, und dem Fremdscham erzeugenden Opener, und traut sich nie, die alten Tugenden neu aufzulegen. Gleichzeitig wird es dem Classic in ihrem Classic-Rock-Ansatz mit keiner einzigen Melodie gerecht. Um nochmals an Kiss zu erinnern: Viele Bands haben nicht durch Einfallsreichtum, sondern mit den richtigen Klängen überzeugt. Aber anzunehmen, dass auch nur einer der Scintilla-Tracks auf dieser Scheibe länger als fünf Minuten im Kopf bleiben würde, ist ein äußerst optimistischer Gedanke. „The Hybrid“ fällt nicht nur gleich zu Beginn dank Geschmacksverirrungen auf die Nase, sondern ist danach auch bemüht, nicht zu deplatziert zu wirken. Da entwickelt selbst der harte Kritiker ein wenig Mitleid.

Anspieltipps:

  • Beware The Children
  • Life In Vain

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