Sarah Ferri - Ferritales - Cover
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Sarah Ferri Ferritales


  • Label: Jazzhaus Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ferritales“ ist mit Abstrichen das vielleicht bunteste Debüt seit Mikas „Life In Cartoon Motion“.

Sarah Ferri hat es nicht unbedingt leicht, ins Rampenlicht zu rücken. Aber wer hat das auch schon, wenn nicht gerade in England gearbeitet wird? Die ganz großen Namen sind weiterhin für das Vereinigte Königreich reserviert. Das hat jedoch eher etwas mit der Weltsprache Englisch und einem gewissen Selbstverständnis zu tun. Schließlich gibt es genug Künstler, wie auch Ferri, die ihre Kunst schon längst in Englisch vortragen. Die Belgierin mit italienischem Blut bezeichnet sich selbst als Schwamm, der alle Einflüsse aufsaugt. In einer Zeit, in der die angehenden Grandes Dames in Form einer Adele durch Schritte zurück zu alten Musikstilen auffallen, ist das vielleicht auch gar nicht die schlechteste Idee.

Die Sängerin lässt sich nur schwer auf einen Stil festnageln. Beginnend mit Gipsy-Swing in „On My Own“ arbeitet sich Ferri durch klassische Balladen („Were You There“), tobt sich in besagten Sechzigern und Siebzigern aus („A Place On The Moon“) und lässt ihre Liebe zu Jazz und Chanson regelmäßig zu („The Man Who Was Bored“). Swing ist dabei meistens der Knotenpunkt, der all diese Einflüsse zusammenbringt. Somit kommt nie der Anschein auf, dass Ferri wahllos Stilrichtungen abklappert. Vielmehr ergibt sich ein Fluss, der immer wieder in neue Gefilde vordringt. Diese zünden wie im Opener mal mehr als andere, doch auch das unscheinbarere Material in Form von „The Jump“ und der Western-Nudel „A Jacket For The Cold“ ist alles andere als langweilig.

Anstatt echter Höhepunkte lebt das Album von den verschiedenen Genres, die nahezu immer stark eingebracht werden. Der Jazz in „Boombooling“ und sogar der viel zu selten im Pop eingesetzte Bossa Nova in „Springair“ sind ebenso erfreuliche Überraschungen wie der Country in „The Hungry Villain“. Es ist zwar wahr, dass Ferri in erster Linie durch die gut arrangierte Vielseitigkeit besticht und die großen Hits noch fehlen, doch das Selbstbewusstsein, mit welchem sie ihre durchgängig guten Stücke trägt, ist bereits aller Ehren wert und macht „Ferritales“ zu einer der angenehmeren Überraschungen diesen Jahres.

Anspieltipps:

  • On My Own
  • Springair
  • The Hungry Villain

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