Abandon Hope - Settle The Score - Cover
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Abandon Hope Settle The Score


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Prärien Norddeutschlands werden gebasht und gebangt.

Bash'n'Bang - so nennen die Nordlichter von Abandon Hope ihre Musik und wahrscheinlich kriegen Gegner des Schubladendenkens schon jetzt das nackte Grauen. Tatsächlich ist es letzten Endes sehr viel einfacher und wenig kryptisch. Abandon Hope spielen einen fröhlichen Mix aus erdigem Hardrock und Metal, Southern- und Alternative-Rock. Das bisschen Stoner darf genauso wenig fehlen wie ein geschicktes, wenn auch nicht penetrantes Blinzeln in Richtung Volbeat, Trend und Massenmarkt, wobei die Burschen sich mit ihrem zweiten Album „Settle The Score“ garantiert nicht diesem anbiedern wollen. Sie formen einfach ihren eigenen Sound und in dem hat eine Menge Platz. Am Ende darf es dann sicherlich „bashen“ und auch „bangen“.

Die Band selbst versucht es folgendermaßen auf den Punkt zu bringen: „Stell dir unseren Sound vor, als würden sich Godsmack, Black Label Society und Life Of Agony“ an den Ufern des Mississippi zum BBQ treffen. Dieser satte Klangcocktail rutscht dir in den Hals wie ein feurig mariniertes Steak und du spülst es runter mit einem Pitcher Gerstenkaltschale.“ Nun, das trifft es ganz gut. Abandon Hope geizen nicht mit zünftig groovenden Momenten, staubigen Rock und einer Härte, die im Rahmen ihrer Musik keinen abschrecken sollte, aber auch nicht von schlechten Eltern ist. Da gibt es Riffmonster („Turmoil“, „Memories“, „The City“) und beinahe schon überraschend melodische und eingängige Songs („Right Or Not“, „Catharsis“, „Jackyll & Daniels“) - die unterschiedlichen Vorgehensweisen sind allerdings aus einem Guss und werden von Abandon Hope auch so präsentiert, dass sie einen klanglichen Wiedererkennungswert haben. Der Titeltrack ist schließlich die einzige Ballade und besitzt bis zu dem Punkt, wo Abandon Hope dann doch aufdrehen, eine fast schon beängstigende Radiotauglichkeit. Hier passt der Gesang von Frontmann Hommel sogar ein wenig besser als bei den restlichen Kompositionen. Im Gegensatz zu vielen Genrekollegen ist er nämlich weniger eine Staublunge, sondern kommt auch mit den „cleanen“ Parts prächtig zurecht.

Die etwas länger geratenen „The Core“, „Sally“ und „Sweet Surrender“ stehen Abandon Hope dann sogar ein wenig besser als die Vorgehensweise, es auf den Punkt zu bringen. Gekonnt verbinden sie Härte, Groove, Bombast und würzen ihre Marinade mit allerlei kleinen und schönen Einfällen, was ihnen direkt einen kleinen Kreativitäts- und Eigenständigkeitsbonus gibt. Wirkliche Akzente können die Jungens am Ende zwar nicht setzen, machen ihre Sache aber mehr als ordentlich und wahrscheinlich sogar ordentlicher als fette, faule Alteingesessene, die kaum noch hungrig sind. Abandon Hope sind es und sie haben Bock. Fans der oben genannten Bands, zusätzlich noch Lamb Of God oder solche von Newcomern wie Daily Thompson, machen daher nicht viel falsch, wenn sie sich „Settle The Score“ mal genauer anschauen. Was hier geboten wird, macht nämlich - trotz der einen oder anderen Unzulänglichkeit - doch schon so manches richtig und Lust auf mehr.

Anspieltipps:

  • Catharsis
  • Settle The Score
  • The City
  • Sweet Surrender

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