Schiller - Symphonia - Cover
Große Ansicht

Schiller Symphonia


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 77 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Für den Live-Auftritt in der Hauptstadt strahlt und schillert alles im neuen, pompösen Gewand.

Nur weil Schiller alles neu macht, heißt das nicht, dass alles modern ist. Mit X-Akten Scullys Synchronstimme und dem Einstimmen eines Orchesters beginnt eine pompöse Live-Show, die auch ohne Bildmaterial aus allen Enden vor Größe strotzt. Und auch wenn die jüngere Generation das Einstimmen eines Orchesters in erster Linie mit dem Hochfahren der heimischen Playstation verbindet und kein Song den knallenden Schlussakkorden entkommen kann, ist „Symphonia“ eine zeitgemäße und vor allem gelungene Neufassung der Musik Schillers.

Bis auf einige anachronistische Einschübe von Monologen, die an die schlimmeren Momente der späten Neunziger erinnern, sorgt der orchestrale Klang auf „Symphonia“ dafür, dass die inzwischen überholten Ansätze Schillers neu glänzen können. Dabei fällt bis zum Abschluss von „Hochland“ Unwissenden gar nicht auf, dass es sich um einen gelernten Meister des Electro handelt. In „Sehnsucht: Reprise“ und vielen weiteren Momenten des Albums lässt Schiller den inneren Symphonie-Fan frei und bietet sich für moderne Arrangements in Opernhäusern an. Zwar ist kein Material dabei, welches die orchestrale Musik revolutionieren würde, doch für neuartige Ansätze geben sich Hörer auch mit gekonntem Handwerk gerne zufrieden.

Mehr Spaß als Spektakel bieten dagegen natürlich jene Tracks, die ihre Wurzeln nicht verstecken. „Das Glockenspiel“ und ganz besonders „Sommernacht“ finden ein sehr gutes Gleichgewicht aus organischen und synthetischen Klängen. Diese Tracks sind so etwas wie das Bindeglied für manchmal auch zu dick aufgetragene Stücke wie „Let It Rise“ und „Leben... I Feel You“. Und auch wenn sich Schiller auf „Symphonia“ hier und da nur auf das Spektakel verlässt, ist ihm eine Zusammenstellung gelungen, die zeitloser als seine letzten Werke klingt. Die Frischzellenkur hat vielen Titeln gut getan und wirft Schiller zumindest in jene Zeit zurück, als jeder Track noch eine potenzielle Single war. Das bedeutet zwar kein kreatives Hoch, doch zumindest die gute Unterhaltung ist wieder ein Prädikat des Künstlers.

Anspieltipps:

  • Das Glockenspiel
  • Sehnsucht
  • Sommernacht

Neue Kritiken im Genre „Ambient“
7.5/10

Essential Album Collection Vol. 1
  • 2019    
Diskutiere über „Schiller“
comments powered by Disqus