Joe Bonamassa - Different Shades Of Blue - Cover
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Joe Bonamassa Different Shades Of Blue


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Er hat sich entschieden: Joe Bonamassa setzt künftig auf Masse statt Klasse.

Joe Bonamassa zählt wohl zu den fleißigsten Künstlern unseres Planeten. Seit seinem ersten Album im Jahr 2000 veröffentlichte der heute 37-Jährige solo, mit Beth Hart und mit seiner Formation Black Blues Communion 15 weitere Alben und wurde auf seiner stressigen Reise sogar für den Grammy nominiert. 2014 folgt mit „Different Shades Of Blue“ Machwerk Nummer 17, solo ist es sein elftes. Ganze zwei Jahre ist her, dass Bonamassa eine Solo-Platte aufnahm und auch diesmal standen dem Blues-Star namhafte Kollegen bei Songwriting und Produktion zur Seite. Mit Jonathan Cain (Journey), James House (Diamond Rio) und Jerry Flowers (Keith Urban) arbeitete er in Nashville an den Songs zu „Different Shades of Blue“. „Die Jungs haben mich wirklich inspiriert. Mit solch großartigen Musikern und Songwritern zusammen zu arbeiten war eine einzigartige Erfahrung.“

Überhaupt ist es geradezu albern, von einem Soloalbum zu sprechen. Zusammen mit seinem langjährigen Freund und Produzenten Kevin Shirley holte sich Bonamassa ein ganzes Heer erfahrener Musiker in sein Studio in Las Vegas, darunter Lee Thornburg (Trompete, Posaune), Lenny Castro (Percussion) und das gesamte Bovaland Orchestra (Streicher). Dementsprechend massig ist auch die Produktion geraten. Wirklich aufgebläht wirkt das Album jedoch zu keinem Zeitpunkt, jeder Musiker scheint seinen Platz auf der Platte gefunden zu haben. Alleine das zeigt, mit welcher Liebe zum Detail und welcher Begeisterung an der Platte gearbeitet wurde.

Darüber hinaus ist das mit „Different Shades Of Blue“ so eine Sache. Zwar hört man jedem Ton der Platte die Leidenschaft an, die der Künstler in deren Songs gesteckt hat, songwriterische Bäume werden dabei aber zu keinem Zeitpunkt ausgerissen. Bonamassa liefert toll produziertes, musikalisch jedoch bisweilen eintöniges Blues-Rock-Material der alten Schule. Zumindest so alt wie sie ein 37-Jähriger definieren kann.

„Love Ain’t A Love Song“, der stärkste Song der Platte, überzeugt mit mehrstimmigem Refrain und tollen Arrangements in den Strophen, „Different Shades Of Blue“ erinnert mit der klagenden Gitarre ein wenig an „Still Got The Blues“ von Gary Moore. Wobei das eigentlich für jeden halbwegs ordentlichen Blues-Song gilt.

Was Bonamassas Sound nach all den Veröffentlichungen guttäte wäre eine langjährige Auszeit. Neue Kräfte sammeln, neue Ideen entwickeln, seinen Sound überarbeiten. So ist ihm zwar auch auf seinem 17. Album die Leidenschaft und Begeisterung für seinen Job anzuhören, wirklich kreativ oder gar innovativ wird er dabei aber schon lange nicht mehr. Fans werden sich damit anfreunden müssen, dass ihr Liebling auch in den nächsten Jahren Alben am Fließband produzieren und dabei hin und wieder die Qualität auf der Strecke bleiben wird.

Anspieltipps:

  • Love Ain’t A Love Song
  • Different Shades Of Blue

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