Smashing Pumpkins - Adore (Deluxe Edition) - Cover
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Smashing Pumpkins Adore (Deluxe Edition)


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 600 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Gib mir mehr! Die Re-Issues der Smashing Pumpkins werfen weiterhin mit Songs nur so um sich. Diesmal gleich im dreistelligen Bereich.

Genau wie die vorherigen Originalalben der Smashing Pumpkins um Mastermind Billy Corgan, erfährt auch der ursprünglich im Jahr 1998 auf den Markt gebrachte „Adore”-Longplayer eine luxuriöse Wiederauferstehung in Form eines auf irrsinnige 107 (!) Songs auf sechs CDs und einer DVD hochgepuschten Box-Sets. Wer sich das alles anhören will, muss zum einen ein sehr großer Fan der Smashing Pumpkins sein und zum anderen sehr viel Zeit mitbringen. Denn auch die vorangegangenen Wiederauflagen geizten keinesfalls mit Musik aus dem Archiv, die den Hörer stundenlang an seine Stereo-Anlage fesselt.

Keine Frage, Veröffentlichungen wie diese wenden sich ausschließlich an Freaks, die ein Album Jahre nach seiner Premiere nicht einfach nur in einem digital aufgefrischten Sound wiederentdecken möchten, sondern restlos alles zu Gehör bekommen wollen, was während des Aufnahmeprozesses archiviert wurde. Nur wenige Künstler machen ihren Fans solche Erlebnisse möglich. Schließlich sind und bleiben Demos und Outtakes nun einmal das, was sie sind: Nicht für die Veröffentlichung gedachte Muster und Skizzen, die nur Hardcore-Anhänger ohne Naserümpfen konsumieren. Billy Corgan sieht das anscheinend etwas anders. Mit der Re-Release-Reihe der Alben der Smashing Pumpkins kehrt er seine Archive vollständig aus und der Fan kann entscheiden, ob er, wie hier, „Adore“ unbedingt auch in der Mono-Version gehört haben muss. Die Einladung dazu steht jedenfalls! Ausgestattet mit einem 44-seitigem Booklet, das alle Songs erklärt, lässt Corgan seine Jünger durch Live-Tracks, Outtakes, Demos und kleine Raritäten wuseln, von denen 55 bisher unveröffentlicht waren.

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Die Urversion von „Adore“ erschien im Mai 1998. Es ist das vierte Album der Smashing Pumpkins und der Nachfolger des hochgelobten Doppelalbums „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ (10/1995). Nachdem „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ auf eine Spielzeit von über zwei Stunden kam, wirkten die 73 Minuten von „Adore“ fast schon luftig. Das bedeutete aber nicht, dass Corgan und Co. die Zügel schleifen ließen und den Hörer mit konventionellen Songs langweilten. Corgan nutzte die Songs als Therapie für verschiedene Schicksalsschläge und experimentierte in der Demo-Phase viel ohne seine Band.

Von dieser hatte sich Drummer Jimmy Chamberlin „verabschiedet“ (er wurde wegen seiner Drogensucht gefeuert), was auf den Klang entscheidende Auswirkungen hatte. Dieser war düster und verzichtete auf diverse Stilelemente der Vergangenheit. Mit drei Aushilfsdrummern im Gepäck, die sich gegen elektronische Beats und Keyboardflächen durchsetzten mussten, erlangte der Alternative Rock der Smashing Pumpkins eine neue Dimension. Gothic-Rock, Elektro-Geplucker, Industrial und reinrassiger Pop reichen sich die Hand und hinterlassen ein stellenweise etwas zerrissenes Bild von einem Werk, das eine Band in der Übergangsphase zeigt. Die jetzt veröffentlichten Outtakes, Demos und alternativen Fassungen sind deshalb ein guter Gradmesser für die, im Nachhinein betrachtet, verworrene Situation der Smashing Pumpkins anno 1998, die sich 2½ Jahre später auflösten.

Anspieltipps:

  • Tear
  • Crestfallen
  • Ava adore
  • For Martha
  • Once upon a time
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