Bap - Das Märchen Vom Gezogenen Stecker: Live - Cover
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Bap Das Märchen Vom Gezogenen Stecker: Live


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 155 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Unplugged“ funktioniert auch ohne Einladung von MTV!

In ganz großen Schritten bewegt sich die Kölner Band Bap um Mastermind Wolfgang Niedecken auf ihr 40-jähriges „Dienstjubiläum“ zu. In zwei Jahren wird es soweit sein, dann hat eine der erfolgreichsten Rockgruppen Deutschlands, die den Namen Niedecken erstmals seit den frühen 80er Jahren auf dem „Affjetaut“-Longplayer (11/1980) wieder auf dem Album-Cover führt, eine Bestandsmarke erreicht, die nur wenigen Bands vergönnt ist.

Das bis dato letzte Studioalbum „Halv Su Wild“ (03/2011) liegt zwar inzwischen mehr als drei Jahre zurück, doch mit nachhaltiger Live-Präsenz, dem im vergangenen Jahr auf den Markt gekommenen Niedecken-Soloalbum „Zosamme Alt“ (09/2013) und einem frischen Live-Werk von Bap, wird den Fans die Zeit bis zu einem Studioalbum und dem Band-Jubiläum einigermaßen versüßt. Denn das Jahr 2015 steht ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf das große Jubiläum, für die sich Bap aus der Öffentlichkeit zurückziehen werden.

„Das Märchen Vom Gezogenen Stecker“ ist das sechste Live-Album in 38 Jahren Bap. Es wurde bei drei Akustikauftritten am 22., 23. und 24. April 2014 im Rahmen der seit März 2014 laufenden „Bap zieht den Stecker“-Tour in der Kölner Philharmonie mitgeschnitten und ist so etwas wie der Gegenentwurf zu MTVs Unplugged-Reihe. Die grundlegende Inspiration für eine rein akustische Konzert-Tournee ging von der Arbeit an Niedeckens Soloalbum „Zosamme Alt“ aus, das im amerikanischen Woodstock mit Musikern wie Stewart Lerman, Larry Campbell und Steuart Smith entstand und stark auf akustische Arrangements setzte.

Hieran knüpft „Das Märchen Vom Gezogenen Stecker“ an. In der Besetzung Werner Kopal (Bass), Rhani Krija (Percussion), Michael Nass (Orgel, Gitarre, Gesang), Ulrich Rode (Gitarre, Gesang), Anne de Wolff (Streichinstrumente, Gesang) und Jürgen Zöller (Drums) spielten sich Bap auf der aktuellen Tour durch eine Vielzahl ihrer Klassiker, aber auch aktuelle (Solo-)Titel. Dabei gibt es u.a. ein Wiederhören mit all den Frauen, die Niedecken in den vergangenen Jahren besungen hat („Magdalena“, „Lisa“, „Lena“, „Anna“) sowie Rocknummern wie „Verdamp lang her“ und „Kristallnaach“, die nun in akustischen Arrangements ein neues Leben eingehaucht bekommen haben.

Jetzt haben also auch Bap ihr (inoffizielles) Unplugged-Album, das allerdings viel konsequenter auf den ursprünglichen Unplugged-Charakter setzt, als so manche unter dem MTV-Logo veröffentlichte Werke diverser Kollegen. Die neu arrangierten Songs haben einen eigenen Charakter entwickelt, der stark von der amerikanischen Folk- und Singer/Songwriter-Kultur inspiriert ist. Wolfgang Niedecken führt mit rauer Stimme als ergrauter Elder Statesman des Deutsch-Rock durch eine Liste von 30 Tracks und zeigt, wie man auch im Alter von 63 Jahren aufrechten Hauptes Musik machen kann, ohne dass es ein komisches „Gschmäckle“ bekommt.

Anspieltipps:

  • Noh Gulu
  • Nöher zo mir
  • Novembermorje
  • Du kanns zaubre
  • Paar Daach fröher
  • Rääts un links vum Bahndamm
  • Neppes, Ihrefeld un Kreuzberg
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