The New Pornographers - Brill Bruisers - Cover
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The New Pornographers Brill Bruisers


  • Label: Matador/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Stimmungsvolle Pop-Kraft aus Kanada.

Sechs Alben in 14 Jahren. Man kann sich fragen, wie die rund acht Mitglieder der New Pornographers neben ihren nicht ganz unerfolgreichen Neben- und Soloprojekten, denen sie den zweifelhaften Ruf der „Supergroup“ verdanken, Zeit dafür finden. Man kann sich aber auch einfach freuen, dass mit „Brill Bruisers“ doch noch ein Album der Indie-Band erscheint, die als eine der qualitativ konsistentesten gilt. Der letzte Longplayer ist immerhin vier Jahre her.

Vier Jahre machen Together aber längst nicht vergessen. Die Folk-Elemente, die auf dem Vorgänger schon zum Vorschein getreten waren, spielen auch auf dem neuesten Werk eine Rolle im Gitarrenspiel und den Vocals. Das untergräbt freilich nicht die kräftige Power-Pop-Attitüde, die der Musik der Kanadier seit jeher innewohnt und regelmäßig gute Laune und Energie versprüht. Süße Melodien tragen diese Attitüde auch auf „Brill Bruisers“ in sich. Soweit also ein typisches Album der New Pornographers.

In den blubbernden Synthies in „Hi-Rise“, dem Vocoder bei „Backstairs“ und dem rhythmischen Röhrensound in „Dancehall Domine“ steckt jedoch auch Veränderung in Form von stärkerer, wenn auch nicht aufdringlicher, elektronischer Begleitung. Die Keyboard-Melodie in „Another Drug Deal Of The Heart“ ist hingegen stark Chromatics’ Italo-Disco-Sound nachempfunden. Die, im Angesichte der Pop- und Rock-lastigen Vorwerke, Variation ergänzt den Sound der Pornographen auf erfrischende Art.

Trotzdem kann man den acht Köpfen durchaus Vorwürfe machen. Wirklich langsame Stücke, Balladen, finden sich auf dem Album kaum. Nur „Spidyr“ und „Hi-Rise“ sind wirklich langsam und auch „Spidyr“ explodiert nach der Hälfte in einem Feuerwerk aus Schlagzeug und quietschender Gitarre. Das wird mit der Entscheidung, den Albumtitel in geschwungenen Neon-Lettern darzustellen, zusammenhängen und zeigt auch, dass es der Band offensichtlich mehr darum ging, ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln, als eine feste Geschichte. Die Narrative in den Lyrics der einzelnen Songs zu finden, ist in etwa so verzwackt, wie als Unwissender diesen Neon-Schriftzug zu entziffern. Und was hat eigentlich der Glattbutt damit zu tun?

Anspieltipps:

  • Backstairs
  • Dancehall Domine
  • Champions Of Red Wine
  • Hi-Rise

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