Xenia Kriisin - Hymn - Cover
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Xenia Kriisin Hymn


  • Label: Luxury Records/CARGO
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigenwilliger Art-Pop-Gospel aus Schweden.

In ihrer Heimat Schweden ist Xenia Kriisin bereits in ausverkauften Hallen aufgetreten und konnte auch anderweitig nicht über Misserfolge klagen. Ein Vorbote ihres Debütalbums war die Single „Firearms“, die auch auf „Hymn“ - so der Titel des Longplayers - enthalten ist. Kriisin kommt vom Jazz und der Improvisation, ihr Erstling dagegen ist als Art-Pop zu deklarieren.

Text und Musik stammen ausschließlich von ihr, im Zentrum des Geschehens steht ihre Stimme sowie die Chorsätze. Ganz zurückhaltend, dennoch wirkungsvolle Akzente setzend, werden Zither, Keyboards, Soundscapes und Schlagwerk beigefügt. Die Stimme der Protagonistin hat ausladende, bewegende und dunkel-romantische Färbungen, die wiederholt von weiblichen Chorstimmen unterstützt werden. Diese erklingen im Sinne moderner Gospel- und Spiritual-Stimmen, transformieren die melancholischen Noten in ein erhellendes, manchmal gar strahlendes und erhabenes Klangbild. Das Schlagwerk hat einen Aufmerksamkeit heischenden Auftrag, sorgt für die lauten Sequenzen, die wiederholt von leisen, introvertierten Passagen polarisiert werden.

Bei einigen Titeln wirkt das Ganze etwas gewollt, der aufwühlende Charakter von „When The Sea“ mag bewusst als aufbrausender Bruch gewählt sein, zerstört jedoch auch die vorher aufgebaute Stimmung. Dagegen sind Titel wie „Troubles“, „Psalm“, „Psalm II“ und „The End“ ein Quell der Ruhe, der Einkehr und Poesie. Wobei die Zither eine gewichtige Rolle übernimmt, so wie etwa bei Joanna Newsom die Harfe. Gemeinsam mit der Stimme zeichnet und deutet jene Zither Melodiebögen an, die jedoch keinem üblichen Schema folgen, sondern ganz eigene, verschlungene Klangwege einschlagen.

Besagtes „Firearms“ hat etwas subtil Bedrohliches, das mit marschierenden Drums und den Chorstimmen ins Licht und wieder zurückgeführt wird. A cappella wird das über achtminütige Finale „Hymn/Playing God“ intoniert und Xenia Kriisins Klagegesang wird von gen Himmel wachsenden, pastoralen Chorstimmen abgelöst. Ein nahezu meditatives Ende eines Albums, das zwar eigenwillig und originell scheint, jedoch mit einer Gesamtlänge von 60 Minuten nicht in Gänze überzeugen kann. Zudem weist es Brüche auf, die der Dramaturgie nicht immer dienlich sind. Dennoch ein hörenswertes Album für Menschen, die kunstfertigen und anspruchsvollen Pop lieben.

Anspieltipps:

  • Troubles
  • Psalm
  • Psalm II
  • The End

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