Orenda Fink - Blue Dream - Cover
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Orenda Fink Blue Dream


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Meditative Songs zum Thema Tod und Spiritualität. Zeitweise zu sehr in esoterischen Traumwelten schwebend.

Orenda Fink und Maria Taylor begannen bereits während ihrer Zeit an der Kunstschule, gemeinsame Sache zu machen. Über die Formation Little Red Rocket wurden sie zum Indie-Pop-Duo Azure Ray, das in den letzten Jahren „Drawing Down The Moon“ (2010) und „As Above So Below“ (2012) veröffentlichte. Neben Azure Ray bestreiten beide Singer/Songwriterinnen inzwischen erfolgreiche Solokarrieren. Beide sind weiterhin eng mit dem Label Saddle Creek verbunden und bringen auch dort ihre Scheiben heraus. Orenda Fink überzeugte bisher vor allem mit ihrem Debüt „Invisible Ones“ (2005), dem sie „Ask The Night“ (2009) folgen ließ.

Fünf Jahre sind seither vergangen und nun legt die Amerikanerin ihr drittes Album namens „Blue Dream“ vor. Ben Brodin und ihr Ehemann Todd Fink agierten als Produzenten und kreierten ein ebenso transparentes wie schwebendes Klangbild. Thematisch befasste sich Orenda Fink mit dem Tod und Spiritualität. Die Suche nach einem ‚inneren Gott‘ hat viele Wege, für Orenda Fink führt einer über Träume, die für sie Verbindung zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind.

Jener spirituelle Ansatz hat ihren zehn neuen Titeln einen meditativen Touch verliehen. Sie ziehen als langer, ruhiger Flow am Hörer vorbei, vermitteln ein friedfertiges Bild, dem Ecken und Kanten etwas abgehen. Immerhin werden wir einige Male in die Twin Peaks-Welt eines David Lynch entführt, „This Is A Part Of Something Greater“ und „You Are A Mystery“ zielen in jene Richtung und stünden auch Chrysta Bell oder Lana Del Rey gut zu Gesicht.

Einige Songs dagegen schweben etwas zu sehr in esoterischen Traumwelten, andere taugen zur inneren Einkehr. Leider verwässert das Album in einigen Passagen und Titel wie „Holy Holy“ oder „Poor Little Bear“ werden manchem zu weichgezeichnet daherkommen. Wer eine geisterbeschwörende Spiritualität mit Voodoo und Chorstimmen sucht, der wird bei Orenda Finks sagenhaftem „Invisible Ones“ fündig. Mit „Blue Dream“ hat sie quasi den Gegenpol entworfen. Wenn das ihr Ziel war, ist es ihr gelungen mit Hall, Elektronik, Gitarren und einem ziemlich gleichmäßigen Hauchen und Säuseln so etwas wie meditative Schlaflieder für Erwachsene zu formen. Dennoch hat die Platte ihren Reiz und findet hin und wieder auch traumhaft schöne und poetische Bilder wie z.B. in „Sweet Disorder“ oder „Darking“. Wiederholt demonstriert einem das Album die dünne Linie zwischen Leben und Tod, zwischen Kunst und Kitsch.

Anspieltipps:

  • This Is A Part Of Something Greater
  • You Are A Mystery
  • Sweet Disorder
  • Darking

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