Sinkane - Mean Love - Cover
Große Ansicht

Sinkane Mean Love


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sinkanes drittes Album: afrikanischer Funk, westlicher Pop und eine Selbstfindung.

Ein zutiefst schwarzafrikanischer funky Groove durchzieht das dritte Album Sinkanes und stellt dadurch höhere Homogenität her, als sein aufsehenerregendes, aber stilistisch sehr sprunghaftes Zweitwerk „Mars“ (2012). Nicht das Sinkane aufgehört hätte, die vielfältigen Ecken und Kanten des Koordinatensystem Pop auszuloten, wieder geht es unter anderem countryesk, free jazzig, rockig, disco groovig und sehr sehr funky zu, aber „Mean Love“ hat einen stärkeren inneren Zusammenhalt als das erratische „Mars“. Hier ist ein vielschichtiger, experimentierfreudiger Musiker offensichtlich näher herangerückt an sein kosmopolitisches Selbst.

Das Akademikerkind Sudaner Professoren, das im Westen groß wurde und an die Heimat lediglich ferne Kindheitserinnerungen hält, ist ein paradigmatisches und dabei überaus sympathisches Beispiel heutiger Globalisierungsauswirkungen. Ahmed Gallab vereint derart viele Stile, sudanesisches Rhythmusgefühl, wie westliche Melodieliebe - seine Kunst ist eine wohltuende Bereicherung der Pop-Palette zeitgenössischer Musik.

Hervorragend komponiert und arrangiert fehlt vielleicht, wenn überhaupt, ein wenig das Wagnis für die ganz großen Gefühle, die ganz großen Melodien, was aber letztlich immer Typenfrage bleibt. Der angenehm entspannte und in sich ruhende Gallab und seine Musik brechen eine Lanze im Kleinen, im Unexplosiven Schönheit und Erhabenheit zu finden und schätzen zu lernen. Und wer weiß, in welche Richtung die Reise noch geht für die Unternehmung Sinkane.

Anfang des Jahres kuratierte Gallab den Geheimtipp-Sampler und funkigen Remix-Kracher „Atomic Bomb! The Music of William Onyeabor“, der ein fantastisches Resümee darstellt über die ins Kraut schießenden elektronischen Bearbeitungen verschiedenster DJs und Electro-Acts (u.a. Caribou und Mitglieder von Hot Chip, LCD Soundsystem, The Rapture sowie Blood Orange), die sich dem Funkmeister Nigerias der Siebzigerjahre gewidmet haben und zeigen, wie wunderbar jene Melodiestrukturen mit heutigen Electro-Beats tanzbare Symbiose eingehen können.

Anspieltipps:

  • New Name
  • How We Be
  • Hold Tight

Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Sinkane“
comments powered by Disqus