Train - Bulletproof Picasso - Cover
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Train Bulletproof Picasso


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Train quälen den Hörer mit aufdringlichen Rummelplatzmelodien. Zum Davonlaufen!

Die Band Train aus San Francisco beherrscht das große Kunststück, pro Album genau einen weltweiten Singlehit zu landen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dadurch ist sie kommerziell ganz dick im Geschäft, steht künstlerisch aber eher auf wackeligen Beinen, weil der musikalische Rest ihrer Alben regelmäßig eine ziemlich dünne Soße abgibt. Und das, obwohl sich die Mannen um das einzig verbliebene Gründungsmitglied, den Sänger und Songschreiber Patrick Monahan (45), inzwischen leisten können, auf die angesagtesten Songwriter und Produzenten im Pop- und Rock-Zirkus zurückgreifen zu können. Auf diese Weise verkauften Train bis dato zehn Millionen Alben und 30 Millionen Singles.

Auch für ihren siebten Studio-Longplayer „Bulletproof Picasso“ haben Train mit dem altbewährten Butch Walker (Panic! At The Disco, Taylor Swift, Fall Out Boy, P!nk, Avril Lavigne) sowie Greg Kurstin (Marion Raven, Lana Del Rey, Lily Allen, Shakira, Kelly Clarkson) und dem norwegischen Produzenten-Team Espionage (Beyoncé, Chris Brown, Emeli Sandé, Rita Ora, Leona Lewis) wieder die Crème de la Crème an Bord, um aus Patrick Monahans Ideen neue Hits zu formen. Dabei klingt es erst einmal so, als hätte ein gewisser Dieter Bohlen seine Finger im Spiel gehabt, wenn Train im Opener „Cadillac, Cadillac“ auf musikalisch und inhaltlich platteste Art und Weise einen stampfenden Popsong an den Start bringen, der beim Hörer akutes Fremdschämen auslöst (Refrain: „Hey baby, be alright now, now baby“).

Das Schlimme: Von dieser Sorte haben Train heuer ein ganzes Magazin zu verschießen. Zum Beispiel „Angel in blue jeans“, das an deutsche Schlager-Mucke erinnert und in den USA als Singleauskopplung gnadenlos abgeschmiert ist. „Give it all“ und „Son of a prison guard“ als zwei von diversen strunzlangweiligen Midtemo-Tracks oder das schrecklich infantile „Wonder what you’re doing for the rest of your life“. Auch nicht besser: „I’m drinking tonight” im arg bemühten Country- und Western-Style sowie „I will remember“ als Beispiel für unfassbar marktschreierisches Songwriting, das dem Hörer mit dem Hintern in die Fresse springt.

„Bulletproof Picasso“ ist ein Album, das Aggressionen auslöst, weil es partout eingängig sein möchte und unbedingt Hits abliefern will. Komme was da wolle. Das geschieht mit einer permanenten Aufdringlichkeit, die fast schon betroffen macht. Denn das, was eingängig und hitverdächtig klingen soll, ist übelster Kleister, der seine Wirkung total verfehlt, weil Train dem Hörer damit einfach nur auf die Nerven gehen.

Anspieltipps:

  • I will remember
  • Don’t grow up so fast
  • Son of a prison guard
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