Erasure - The Violet Flame - Cover
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Erasure The Violet Flame


  • Label: Mute/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die violette Flamme lodert nicht, sie könnte vielmehr vom rauen Gegenwind ausgeblasen werden.

Studioalbum Nummer 16, nach mehr als 25 Millionen verkauften Tonträgern und gut 40 Hitsingles in 30 Karrierejahren. Was muss da noch groß über eine Einleitung zu Erasures neuem Werk „The Violet Flame“ nachgedacht werden? Das Duo Vince Clark und Andy Bell ist eine Institution in der elektronischen Popmusik. Also ab dafür!

Doch ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. Denn Erasure haben im Laufe der Jahre durchaus bewiesen, dass ihr Sound zwar markant, aber nicht eindimensional ist. Die Band verarbeitet Stimmungen und liefert keine Songs vom Reißbrett. Das führte auf vorherigen Alben schon mal zu einer etwas gedrückten Stimmungslage. Doch mit dem Wechsel zu Produzent Richard X (u.a. Kelis, Róisín Murphy, Goldfrapp, Sugababes, Rachel Stevens) ist auch diese Phase erst einmal wieder beendet und ein frischer Dance-Pop-Sound mit Autotune-Stimmen und schnellen Rhythmen ist das Ergebnis auf „The Violet Flame“.

Damit zeigen Erasure, dass sie mit der Zeit gehen wollen, auch wenn sie dabei aufpassen müssen, ihren traditionellen Sound nicht zu verwässern. Denn wer einen Sänger wie Andy Bell hat, sollte eigentlich auf Autotune verzichten können, selbst wenn es nur als kleines Stilelement gedacht ist. Auch muss in Frage gestellt werden, ob allzu schlichte Dance-Stampfer wie „Sacred“ dem Anspruch der Band und ihren Fans gerecht werden. Auf diese Weise scheint sich ähnlich wie bei den Pet Shop Boys eine leichte Hilflosigkeit bei Erasure einzuschleichen, wenn es darum geht, am Puls der Zeit zu sein.

So fallen auf „The Violet Flame“ rechnerisch ebenso viele Songs durch den Rost, wie diejenigen, die zu überzeugen wissen. Das ist sicher nicht überzeugend, aber immerhin einigermaßen solide. Nichtsdestotrotz ist der Hörer von dem britischen Duo Besseres gewohnt, als trendanbiedernde Klänge und verwässerte Markenzeichen.

Anspieltipps:

  • Reason
  • Be the one
  • Under the wave
  • Smoke and mirrors
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