Hagen Stoll - Talismann - Cover
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Hagen Stoll Talismann


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der alte Haudegen aus Berlin nun auch solo unter seinem bürgerlichen Namen.

Hagen Stoll (39) hat in seiner Karriere als Musiker und Produzent schon so einige Stationen hinter sich gebracht. Er war lange Jahre als Rapper unter dem Pseudonym Joe Rilla u.a. auf dem Aggro-Berlin-Label aktiv, er produzierte Beats für B-Tight, Alpa Gun, Sido sowie Snaga & Pillath und er knackte als Rockmusiker mit seiner Band Haudegen gleich zweimal die Top 10 der deutschen Album-Charts. Daneben veröffentlichte der Berliner im Februar 2013 seine Biografie „So fühlt sich Leben an“, die Platz 10 der „Spiegel“-Bestsellerliste erreichte.

Keine Frage, Hagen Stoll ist ein Mensch und Künstler, der Herausforderungen sucht und die Abwechslung liebt. Und wahrscheinlich genau deshalb geht er nun erstmals solo unter seinem bürgerlichen Namen mit einem Album an den Start, um neue Dinge ganz unverfälscht auszuprobieren und um sich weiterzuentwickeln. Autobiografisch sollte es sein und musikalisch einen weiteren Hakenschlag in seiner Karriere darstellen. Dazu vertraute Hagen Stoll auf das Produzentenduo Mania & Dasmo (Haudegen, Thomas D., Pohlmann), das für einen erdigen und handgemachten Sound sorgte, auch wenn mal der eine oder andere Effekt aus dem Computer kommt.

Mit „Talismann“ ist dabei ein Album herausgekommen, das stilistisch einige Facetten abdeckt, doch im Kern immer Hagen Stoll bleibt. Die vermeintlichen Grenzen zwischen den einzelnen Stilarten verlaufen fließend und ergeben ein stimmiges Gesamtwerk, für das sich der 39-Jährige in verschiedenen Genres umgesehen hat, um diese zu einer ganz eigenen Lied-Gattung zu verweben. So gibt es Songs aus der Singer/Songwriter-Ecke („Vagabund“, „Das Wort ‚Glauben‘“), Blues und Rock werden mit dicken HipHop-Beats im Everlast-Stil verheiratet („Mo Money mo Problems“, „Jaja, ich weiß“, „Bible or Gun“) und Polkas („1, 2, 3, 4 Leben“) mit Mariachi-Bläsern gepaart („Tanz (irgendwie wird‘s weitergehn)“).

Hagen Stoll präsentiert klassische Liedermacher-Romantik („Die kleine Kneipe“, „Von Zeit zu Zeit“), Folk-Pop („Zwei Tickets zum Mond“), einen Säufer-Blues à la Tom Waits („Schieb den Blues“) und treibenden Ska („Drachen raus“). Das spricht für große musikalische Abwechslung aus der Feder eines kreativen Menschen, von dem man sich gerne unterhalten lässt.

Anspieltipps:

  • Bible or Gun
  • Im Herzen Kind
  • Das Wort „Glauben“
  • Zwei Tickets zum Mond
  • Mo Money mo Problems
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