Faun - Luna - Cover
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Faun Luna


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Santiano der Mittelalter-Musik. Faun sind auf den Mainstream-Geschmack gekommen.

Seitdem die Pagan/Folk/Mittelalter-Musik-Band Faun mit dem letztjährigen Album „Von Den Elben“ (01/2013) nach mehr als einem halben Dutzend Independent-Produktionen zum Major Universal Music gewechselt ist, hat sie ein Problem. Die eingeschworene und schon immer sehr eigene Genre-Fangemeinde folgt dem nun eindeutig kommerzieller ausgerichteten Weg der Ende der 90er Jahre in Gräfeling bei München gegründeten Band nicht ohne Kritik.

Der Begriff „Schlagermusik“ fiel erschreckend häufig. Von Kompromissen war die Rede. Doch auch wenn Faun mit ihrem Wandel vermutlich den einen oder anderen Ur-Fan verloren haben mögen, so hat sich die musikalische Neuorientierung in Richtung Pop in Bezug auf die Mainstream-Wahrnehmung der Band gelohnt. „Von Den Elben“ erreichte in der deutschen Album-Hitliste den siebten Rang und verblieb 36 Wochen in den Charts.

Wie erwartet, knüpfen die Bayern mit „Luna“ 1½ Jahre nach „Von Den Elben“ an diese künstlerische Entwicklung an und liefern damit den mittelalterlichen Gegenentwurf zu den Seemannsschunkelliedern von Santiano ab. Inhaltlich werden dazu die Genre-üblichen Themenfelder abgegrast („Walpurgisnacht“, „Hörst du die Trommeln“, „Frau Erde“, „Buntes Volk“). Dazu erklingen Drehleier, Dudelsack, Maultrommel, Bouzouki, Flöte, Harfe und Hackbrett, wobei die Valicon-Produktion von Ingo Politz und Bernd Wendlandt (u.a. Maschine, Sebastian Hämer, Silly, Thomas Godoj, Silbermond, Eisblume) einen sehr deutlichen Mainstream-Stempel trägt.

Dieser Umstand raubt den Songs in der Tat den typisch rauen Charme der Mittelalter-Musik, die nun handzahm und aalglatt aus den Lautsprechern pluckert. Doch auch die Texte schaffen es nicht, mehr als die üblichen Gemeinschauplätze abzutasten, sodass das verkündete Albumkonzept, „das Wesen der Nacht zu erkunden“, leider nicht mehr als heiße Luft darstellt. Auf diese Weise schlagen nun also auch Faun den Weg von Genre-verwandten Kollegen wie Schandmaul, In Extremo, Saltatio Mortis und Subway To Sally ein, die allesamt von der Industrie gebändigt wurden und sich mal mehr, mal weniger von ihren Ursprüngen entfernt haben.

Es wird interessant zu beobachten, wie Faun auf Dauer mit ihrer neuen Ausdrucksweise beim Publikum ankommen. Denn mit „Luna“ sitzt das Sextett fast schon zwischen den Stühlen von Mittelalter-Musik und Pop, wobei das Album von balladesken Stücken dominiert wird, die mehr Ambient- als Rock-Einflüsse besitzen. Handwerklich mag das okay sein, doch was den Spannungsfaktor betrifft, ist „Luna“ eher eine Schlaftablette.

Anspieltipps:

  • Buntes Volk
  • Walpurgisnacht
  • Wind & Geige XIV
  • Hörst du die Trommeln
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