KIX - Rock Your Face Off - Cover
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KIX Rock Your Face Off


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwanzig Jahre später geht es immer noch um Girls, Alk und schnelle Karren.

Wer hätte an dieser Stelle eigentlich noch mit KIX gerechnet? Zwar haben sie sich im Jahr 2003 wiedervereinigt, aber gekommen ist erst mal nichts. Bis jetzt. Geschlagene 19 Jahre nach „$how Bu$ine$$“ (1995) melden sich die Musiker aus Maryland tatsächlich mit einem neuen Longplayer zurück. Und das mit zwölf Kompositionen und zwei Live-Aufnahmen aus dem Jahr 2008 vollgepackte „Rock Your Face Off“ ist eines dieser herrlich veralteten, leicht nostalgisch angehauchten Alben, die den Spirit der 80er-Jahre in die Gegenwart bringen wollen. Nur eben mit der Ausnahme, dass KIX eben ein Relikt der vergangenen Dekade sind und sich gar nicht verstellen oder gekünstelt sein müssen, um dem Zielpublikum etwas bieten zu können. Im Gegenteil: Die Herren setzen da an, wo sie damals aufgehört haben und machen so weiter, als sei nie etwas zwischendurch passiert. Grunge, Alternative, Nu-Metal? Vergangenen Trends und Hypes zeigen sie den Mittelfinger und kommen mit einem erdigen, eingängigen und partytauglichen Hardrock um die Ecke, der zwei Dekaden später wieder honoriert werden kann.

Und heute wissen wir allen Unkenrufen zum Trotz, dass dieser straighte Sound in gewisser Hinsicht zeitlos ist. An AC/DC erinnernde Nummern wie „You're Gone“ oder „Dirty Girls“ finden auf „Rock Your Face Off“ genauso ihren Platz wie unbeschwerter Hardrock des Schlages „Wheels In Motion“, „Rollin’ In Honey“, „All The Right Things“ und „Mean Miss Adventure“. Die Sache ist ganz einfach: Die Songs sollen ins Ohr gehen und am besten so lange in ihnen bleiben, bis sie live eine volle Entladung erfahren. Clever, vor allem in lyrischer Hinsicht (Autos, Sex, Mädchen, Alk, Rock, Sex), sind KIX auch zwanzig Jahre später noch nicht. Das hätte aber auch niemand erwartet, geschweige denn verlangt. KIX machen einfach ihr Ding. So als sei nie wirklich viel Zeit vergangen. Das ist sympathisch, doch offenbart auch eine klare Begrenzung. Gerade mal die poppige, eher unspektakulär herunter gerasselte Ballade „Inside Outside Inn“ und das coole, mit Sprachgesang ausgestattete „Love Me With Your Top Down“ weichen vom Schema ab. Das kleine bisschen Abwechslung sorgt dafür, dass die durchgängige Vollgas-Masche auf „Rock Your Face Off“ immerhin nicht ganz so auslaugend daher kommt, wie es eventuell der Fall sein könnte.

Gute Laune hui, Abwechslung pfui - von einer Weiterentwicklung kann und darf gar nicht erst zu sprechen sein. Aber das soll an dieser Stelle auch keinesfalls ein Bewertungskriterium darstellen. Es handelt sich eben um KIX! Sie wissen, was die ausgehungerten Fans wollen und geben es ihnen. Der Name des Albums ist da genauso Programm wie die Tatsache, dass die Band keinesfalls enttäuscht und so frisch und unverbraucht klingt wie anno dazumal. Ein Hit wie „Blow My Fuse“ (1988) ist „Rock Your Face Off“ natürlich nicht. Dafür kommt es dann doch (mindestens) zwanzig Jahre zu spät. KIX-Fans und Liebhaber von Classic-Rock machen trotzdem nichts falsch, wenn sie sich dazu bereit erklären, die Fresse weg zu rocken.

Anspieltipps:

  • Can’t Stop The Show
  • Rollin’ In Honey
  • All The Right Things
  • Love Me With Your Top Down

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